Politik

Neue Partei im Gespräch AfD-Chef Lucke plant Befreiungsschlag

3pia2528.jpg7374190489403364024.jpg

Bernd Lucke will seinen Kurs erklären - und prüfen, ob er genügend Rückhalt dafür hat.

(Foto: dpa)

Wohin steuert die Alternative für Deutschland? Der liberal-bürgerliche Parteichef Bernd Lucke kämpft gegen die rechten Kräfte in der AfD. Er will erklären, wie er sich die Zukunft der Partei vorstellt - und ihr im Zweifelsfall den Rücken kehren.

Nach wochenlangen Querelen bereitet AfD-Gründer Bernd Lucke jetzt einen Befreiungsschlag vor. Wie aus Parteikreisen bekannt wurde, will der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland diese Woche mit einem "Weckruf" an die Mitglieder versuchen, den rechten Flügel der Partei zu isolieren. Sollte ihm dies nicht gelingen, will Lucke nach dem Bundesparteitag Mitte Juni in Kassel gemeinsam mit anderen Vertretern des liberal-bürgerlichen Flügels aus der AfD austreten.

Doch zunächst wollen Lucke und seine Mitstreiter ausloten, wie groß ihr Rückhalt in der Partei noch ist. Sollte sich dabei herausstellen, dass die Rechten schon die Oberhand gewonnen haben, wird die Gruppe um Lucke möglicherweise eine eigene Partei gründen. Eine ursprünglich für diesen Dienstag in Straßburg geplante Pressekonferenz hat Lucke abgesagt. Stattdessen luden er und seine Mitstreiter Journalisten zu einem Hintergrundgespräch ein.

Petry lehnt Aussprache ab

Luckes wichtigste Gegenspielerin ist zur Zeit die Co-Vorsitzende Frauke Petry. Die Chefin des sächsischen Landesverbandes zeigt mehr Verständnis für "Wutbürger" und rechtsnationale Kräfte in der Partei als Lucke. Lucke soll Petry zu einer Aussprache in Frankfurt am Main eingeladen haben. Das Treffen kam aber dem Vernehmen nach nicht zustande, weil Petry den Vorsitzenden des AfD-Landesverbandes in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, dabei haben wollte. Pretzell zählt zu Luckes größten Kritikern.

Dem Lager der Lucke-Anhänger gehören unter anderem der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes in Baden-Württemberg, Bernd Kölmel, und der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, an.

Quelle: ntv.de, fma/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen