Politik

"Soll gegen mich antreten" AfD-Chef Meuthen wirft Höcke Feigheit vor

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AfD-Chef Meuthen (l.) und Björn Höcke hatten bereits in der Vergangenheit ihre Differenzen.

(Foto: imago images/photothek)

In der AfD brodelt es: Nicht nur die Kritik aus Brandenburg beschäftigt die Parteispitze. Jörg Meuthen teilt auch gegen den thüringischen Landesverband aus - und erhebt Vorwürfe gegen Björn Höcke.

Der Machtkampf in der AfD nimmt an Schärfe zu. Parteichef Jörg Meuthen hat dem Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke Feigheit vorgeworfen. "Wenn Herr Höcke Bundespolitik gestalten will - und den Anspruch formuliert er allenthalben - dann soll er endlich einmal für den Bundesvorstand kandidieren und am besten gegen mich antreten", sagte Meuthen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Aber das hat er noch nie gemacht, obwohl ich ihn schon mehrfach dazu aufgefordert habe. Björn Höcke traut sich aus seinem Thüringer Sprengel nicht hinaus."

Inhaltlich gibt es laut Meuthen gravierende Unterschiede zu Höcke: "Er vertritt Positionen, die meine nicht sind." Anders als bei dem brandenburgischen Politiker Andreas Kalbitz will sich Meuthen aber nicht für einen Parteiausschluss einsetzen. "Bei Herrn Kalbitz ergab sich die Annullierung der Mitgliedschaft aus seinen unvollständigen Angaben. Er hat Teile seiner Vita verheimlicht", so Meuthen. "Das hat es bei Herrn Höcke nicht gegeben. Wir müssen jeden einzelnen korrekt behandeln." Zugleich erinnerte er an das gescheiterte Ausschlussverfahren gegen Höcke vor zwei Jahren.

Meuthen legt gegen Brandenburg-AfD nach

Der brandenburgischen AfD drohte Meuthen mit Konsequenzen, sollte sie den ausgeschlossenen Kalbitz an der Spitze der Landtagsfraktion halten. "Das ist nicht hinnehmbar und dafür gibt es in der Partei keine Akzeptanz. Das wäre eine Beschädigung der Partei im Ganzen", sagte er. "Und in der Fraktion sollten alle verstehen, dass ihnen Vasallentreue zu Andreas Kalbitz jetzt sicherlich nicht zum Vorteil gereicht."

Meuthen verteidigte die Entscheidung des Schiedsgerichts, Kalbitz auszuschließen. "Und die Kritik an unserem Schiedsgericht - ich beziehe da Herrn Gauland mit ein, bei Herrn Höcke ist das noch viel ausgeprägter - finde ich inakzeptabel", sagte er. "Unsere Richter sind vom Parteitag gewählt und arbeiten sehr sorgsam. Parteiintern ist der Vorgang abgeschlossen. Herr Kalbitz ist kein Mitglied mehr. Und wenn er ein Zivilgericht anrufen will, dann soll er den Weg gehen."

Der AfD-Vorsitzende räumte ein, dass der Fall Kalbitz "erhebliche Unruhe und Streit in der Partei" ausgelöst habe. Als Ziel gab er an, bis Jahresende die Partei soweit befriedet zu haben, "dass wir geschlossen in die Wahlkämpfe des Jahres 2021 gehen können".

Quelle: ntv.de, mba