Politik
AfD-Chef Meuthen kritisiert die Wortwhl Poggenburgs - und relativiert gleichzeitig dessen Aussage.
AfD-Chef Meuthen kritisiert die Wortwhl Poggenburgs - und relativiert gleichzeitig dessen Aussage.(Foto: imago/Christian Ditsch)
Donnerstag, 15. Februar 2018

"Kümmelhändler und Kameltreiber": AfD-Chef kritisiert Poggenburg ein bisschen

Den politischen Aschermittwoch nutzt AfD-Politiker Poggenburg für derbe Worte - und beleidigt die Türkische Gemeinde. Sein Parteichef Meuthen murrt ein bisschen. Poggenburg selbst erklärt seine Ausfälle als zulässig an diesem Tag.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat die beleidigende Formulierungen seines Parteifreundes André Poggenburg über die Türkische Gemeinde kritisiert. In der Sache stellte er sich aber hinter den AfD-Landeschef aus Sachsen-Anhalt. Poggenburg hatte beim politischen Aschermittwoch seiner Partei im sächsischen Nentmannsdorf die Kritik der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) an der geplanten Schaffung eines Heimatministeriums aufgegriffen. Auch Poggenburg selbst verteidigte einen Tag später seine Worte.

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Der Politiker sagte: "Diese Kümmelhändler haben selbst einen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern am Arsch... und die wollen uns irgendetwas über Geschichte und Heimat erzählen? Die spinnen wohl! Diese Kameltreiber sollen sich dahin scheren, wo sie hingehören."

Poggenburg zeigte sich irritiert über die Kritik. Er habe "heftig ausgeteilt" sowie "hart und grob formuliert". Dass dies am politischen Aschermittwoch geschehe, sei "allgemeiner gesellschaftlicher Konsens", sagte er. An diesem Tag seien "Polemik, Verallgemeinerungen und auch verbale Angriffe zugelassen", die "im sonstigen politischen Diskurs natürlich völlig unangemessen wären". Die "direkte Beleidigung oder Herabsetzung anderer Nationalitäten liegt mir völlig fern".

Meuthen: "Hätte nicht vorkommen sollen"

In Teilen ähnlich argumentierte Meuthen: "Am Aschermittwoch geht es bekanntermaßen gerne mal verbal auch etwas derber zu." Allerdings gehe die Wortwahl Poggenburgs "dessen ungeachtet deutlich zu weit und hätte nicht vorkommen sollen". Es sei aber dennoch bedenklich, "wenn sich Verbände in unserem Land gegen ein Ministerium für Heimat aussprechen, das in anderen Ländern aus guten Gründen eine selbstverständliche Realität ist".

Der TGD-Bundesvorsitzende Atila Karabörklü hatte mit Blick auf das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD erklärt, die Fokussierung auf den Heimat-Begriff setze einen falschen Akzent zur falschen Zeit: "Wir befürchten, dass er nicht Zusammenhalt und Zugehörigkeit, sondern Ausgrenzung und Spaltung fördert".

Quelle: n-tv.de