Hohm soll Junge disziplinierenAfD-Jugend wählt Rechtsextremisten zum Chef

Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft ihn als rechtsextrem ein, nun steht er an der Spitze der neuen AfD-Jugend: Der Landtagsabgeordnete Hohm wird mit mehr als 90 Prozent gewählt und will "auch mal frech auftreten".
Der brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm ist Vorsitzender der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland. Der 28-jährige Cottbuser erhielt beim Gründungstreffen des neuen Nachwuchsverbandes laut Sitzungsleitung 90,4 Prozent der Stimmen. Gegenkandidaten gab es nicht.
Hohm erhielt 633 der insgesamt 725 Stimmen. 67 Delegierte (9,6 Prozent) stimmten gegen Hohm, 25 enthielten sich. Enthaltungen flossen nicht ins prozentuale Ergebnis ein. Als erster Stellvertreter wurde mit 89 Prozent Zustimmung Jan Richard Behr aus Rheinland-Pfalz gewählt.
Der 28-jährige Hohm trat schon mit 17 der AfD bei und sitzt heute für die Partei im Brandenburger Landtag. Der dortige Verfassungsschutz stuft die Brandenburger AfD und Hohm als rechtsextremistisch ein. Er beschreibt Hohm und andere AfD-Landespolitiker als "in Brandenburger Hochburgen des Rechtsextremismus politisch sozialisiert" und "dort persönlich vernetzt".
In seiner Bewerbungsrede vor der Wahl sagte Hohm, er wolle in der Partei "mit allen Flügeln zusammenarbeiten" und sich "nicht in Machtkämpfen instrumentalisieren lassen". Er wolle dabei "entschlossen gegen alle Spaltungstendenzen" vorgehen - "egal ob von innen oder außen".
Die Parteispitze wünscht sich eine geschmeidigere Jugendorganisation, besonders wegen der anstehenden Wahlen 2026. Laut Umfragen könnte die AfD in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern erstmals in eine Regierung kommen. Weniger Krawall, weniger Skandale, mehr Wähler - das ist das Kalkül. "Wir wollen auch mal frech auftreten, aber immer im Bewusstsein, dass unser Handeln dem Erfolg der Partei dienen muss", sagte Hohm vor dem Gründungskongress.
Hohm taucht namentlich dutzendfach im Einstufungsvermerk des brandenburgischen Verfassungsschutzes auf. Das Papier zitiert ihn mit migrationsfeindlichen und völkischen Thesen. Beim Gründungstreffen der Generation Deutschland sagte Hohm: "Wir werden entschlossen streiten für eine echte Migrationswende, die dafür sorgt, dass Deutschland die Heimat der Deutschen bleibt."