Politik

Kein ParteitagsdelegierterAfD-Politiker Krah von eigenem Kreisverband düpiert

29.06.2026, 18:35 Uhr
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Krah nimmt in seiner Partei mehr und mehr eine Außenseiterrolle ein. (Foto: picture alliance / Flashpic)

Auf sozialen Medien ist Maximilian Krah eines der Gesichter der AfD - doch in der realen Welt scheint zumindest der Parteivorstand wenig mit ihm zu tun haben zu wollen. Nun soll er nicht einmal zum Parteitag fahren.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah ist von seinem Kreisverband im sächsischen Chemnitz nicht zum Parteitagsdelegierten gewählt worden und scheiterte auch bei der Wahl als Ersatzdelegierter. Das bestätigte Krah gegenüber ntv. Er wird daher am Wochenende nicht zum Bundesparteitag der AfD nach Erfurt reisen. "Als einer von drei Vertretern der Bundesrepublik bei der Parlamentarischen Versammlung der Mittelmeerunion muss ich ohnehin an diesem Wochenende bei deren Jahrestagung anwesend sein", sagt er, wenngleich er seine Enttäuschung dennoch eingesteht: "Ich nehme das sportlich."

Er sei erst kürzlich nach Chemnitz gezogen, der AfD-Kreisverband habe eben jemand anderes zum Parteitag schicken wollen. Parteiintern gibt es noch eine andere Version: Krah habe nicht mehr viele Freunde in der AfD. Immer wieder hatte er mit radikalen Aussagen auf sich aufmerksam gemacht. Im vergangenen Europawahlkampf musste ihn die Parteiführung in den entscheidenden letzten Wochen regelrecht verstecken, nachdem Krah in einem Interview davon gesprochen hatte, dass nicht alle Mitglieder der nationalsozialistischen SS auch kriminell gewesen seien. Eine der ihm typischen Provokationen, die selbst den AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla zu weit ging.

Schon zuvor war sein Ex-Mitarbeiter als chinesischer Spion enttarnt worden. Mittlerweile ist dieser zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Noch heute ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden in einem separaten Verfahren wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche im Zusammenhang mit chinesischen Zahlungen gegen Krah.

Konkurrenz mit Chrupalla

Vor allem Co-Parteichef Chrupalla wird nachgesagt, sich mit Krah überworfen zu haben. Chrupalla selbst soll große Ambitionen haben in seiner sächsischen Heimat als nächster Spitzenkandidat bei der Landtagswahl anzutreten. Dem könnte Krah als Konkurrent im Weg stehen. Mit seiner teils rechtsextremen Rhetorik auf sozialen Medien ist Krah längst zu einem der bekanntesten Gesichter in der AfD aufgestiegen. Das weiß er und gibt sich mit Blick auf die nun in Erfurt anstehenden Neuwahlen der Parteiführung betont gelassen: "Es ist noch nicht die Zeit, wieder für ein Amt zu kandidieren", so Krah, der selbst schon einmal Mitglied im Bundesvorstand der AfD gewesen ist. Er erfreue sich an seiner Freiheit, "unbeschwert von Vorstandsdisziplin eigene Konzepte entwickeln zu können".

Seine parteiinternen Gegner wiederum sehen die Situation anders: Er habe seinen alten Wahlkreis gegen sich aufgebracht, weil er nicht sonderlich engagiert gewesen sei. Nun schiele Krah darauf, den Wahlkreis von Alexander Gauland zu übernehmen - eben jenen in Chemnitz. Das erste Willkommen war nun nicht besonders freundlich.

Quelle: ntv.de, msc

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