Politik

"Ich war mal dort" AfD-Politiker schönt Lebenslauf mit Studium

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Nimmt es mit den biografischen Angaben nicht so genau: Andreas Kalbitz.

(Foto: dpa)

Nicht jeder nimmt es mit seinem Lebenslauf allzu genau. Dazu gehört wohl auch Brandenburgs AfD-Vorsitzender Andreas Kalbitz. Einem Medienbericht zufolge soll er sich mit einem Studium schmücken, das nie stattgefunden hat.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Kalbitz soll seinen Lebenslauf aufgehübscht haben. Angegeben hat er dort ein Hochschulstudium, das er aber nie absolviert habe, berichtet die "Märkische Allgemeine". Auf der Internetseite des Landtags gibt Kalbitz an, im Jahr 2008 ein Studium der Informatik an der Fachhochschule Brandenburg absolviert zu haben. Richtig ist allerdings nur, dass er eingeschrieben war. Der Brandenburger AfD-Vorsitzende legte nachweislich keine einzige Prüfung ab.

Auch der Zeitpunkt scheint nicht zu stimmen. So soll Kalbitz nicht 2008, sondern zwischen 2005 und 2007 eingeschrieben gewesen sein. Wirklich studiert hat er in dieser Zeit allerdings nicht, weswegen er am 17. Juli 2007 nach vier Semestern wegen Nichtstudierens von der Hochschule exmatrikuliert wurde.

"Ich war mal dort"

Studenten, die sich nur einschreiben, aber keine Vorlesungen und Seminare besuchen und auch keine Prüfungen ablegen, werden häufig als sogenannte "Ticketstudenten" bezeichnet. Sie haben es nämlich nicht auf ein Studium abgesehen, sondern auf eine verbilligte Semesterfahrkarte, mit der sie Busse und Bahnen nutzen können.

Kalbitz hingegen sieht in seinen Angaben kein Problem. Er könne sich nicht mehr an das genaue Jahr erinnern, in dem er an der FHB eingeschrieben war, heißt es in der brandenburgischen Tageszeitung. Zudem habe er nie behauptet, dass er das Studium beendet hätte. Er versicherte allerdings, das Gebäude schon mal von innen gesehen zu haben: "Ich habe zwar nie wirklich studiert, war aber mal dort und habe auch mit einer Professorin gesprochen". Auch bestätigte er, nie eine Prüfung abgelegt zu haben.

Kalbitz war im April von seiner Partei als Nachfolger von Alexander Gauland zu ihrem Landesvorsitzenden gewählt worden. Zuvor war der gebürtige Münchner Autor für rechtsextreme Publikationen wie das Vereinsblatt der "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland" tätig und leitete einen 1985 von Alt-Nazis, ehemaligen SS-Offizieren und NPD-Funktionären gegründeten Kulturverein.

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Quelle: n-tv.de, vck

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