Politik

Bei Kirche abgeblitzt AfD-Politiker wird Moslem

a6e17d1a3584b133bc0f168bc0801113.jpg

(Foto: dpa)

Die AfD präsentiert sich gern als Verteidigerin des christlichen Abendlandes. Ausgerechnet ein führendes Mitglied aus dem Brandenburger Landesverband wechselt den Glauben, wird Moslem.

Auf der Internetseite des Brandenburger Landesverbands der AfD bekennt sich die Partei zur deutschen Leitkultur. "Der Islam gehört für uns nicht zu Deutschland", heißt es auf der Startseite. Ganz so sehen das offenbar aber nicht alle in der Brandenburger AfD, das lässt ein Bericht des "Tagesspiegels" erahnen. Ein führendes Mitglied der Partei ist kürzlich zum Islam konvertiert.

Dem Bericht zufolge handelt es sich um Arthur Wagner aus Falkensee, ein Mann mit einer bemerkenswerten Biografie.

Wagner war bis 2012 CDU-Mitglied, wechselte dann enttäuscht zur AfD. Er war bis zu einem Rücktritt aus "privaten Gründen" Mitglied im AfD-Vorstand. Aktuell ist er stellvertretender Chef des Kreisverbands Havelland.

Der Russlanddeutsche Wagner kandidierte einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge 2016 für den Gemeindekirchenrat Seegefeld. Pfarrerin Gisela Dittmer protestierte aber und verwies auf die Grundordnung ihrer Gemeinde: "Älteste können nur Gemeindemitglieder sein, die sich zu Wort und Sakrament halten und ihr Leben am Evangelium Jesu Christi ausrichten", heißt es darin. Das sei nicht vereinbar mit einer Mitgliedschaft in einer Partei mit "menschenfeindlichen Zielen".

Ja oder Nein zur Religionsfreiheit

Wagner, der sich nicht zum eigenen Fall äußern will, wandte sich danach offensichtlich von der evangelischen Kirche ab und konvertierte zum Islam.

Die "Berliner Zeitung" fragte beim Brandenburger Landesverband der AfD nach. Sprecher Daniel Friese sagte: "Religion ist Privatsache. Wir stehen zur Religionsfreiheit des Grundgesetzes", so Friese. "Herr Wagner hätte auch eine andere Religion wählen können."

Dass Friese sich so ausdrücklich für die Religionsfreiheit ausspricht, ist durchaus bemerkenswert. Die AfD-Fraktion hat im Bundestag dafür gekämpft, Albrecht Glaser als Vizepräsident des Bundestages durchzusetzen. Die übrigen Parteien im Parlament sperren sich, weil Glaser Muslimen die Religionsfreiheit abgesprochen hatte. Glaser sagte im Wortlaut: "Der Islam ist eine Konstruktion, die selbst die Religionsfreiheit nicht kennt und diese nicht respektiert. Und da, wo sie das Sagen hat, jede Art von Religionsfreiheit im Keim erstickt. Und wer so mit einem Grundrecht umgeht, dem muss man das Grundrecht entziehen."

Quelle: ntv.de, ieh