Politik

"Antidemokratische Entwicklung" AfD-Spender will seine 100.000 Euro zurück

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Hat sich getäuscht: Christian Krawinkel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Unternehmer spendet der AfD Thüringen vor zwei Jahren 100.000 Euro, um die Demokratie zu fördern. Danach stellt der Berliner allerdings fest, dass sich die Partei undemokratisch zeige. Nun fordert der Spender sein Geld zurück. Die AfD möchte sich gegen die Klage wehren.

Der Immobilienunternehmer Christian Krawinkel fordert 100.000 Euro von der Thüringer AfD zurück, wie die "Bild am Sonntag" berichtet. Der Berliner hatte die Großspende dem Landesverband Anfang 2020 zugutekommen lassen. Am Landgericht Erfurt klagt er dem Bericht zufolge nun auf Rückzahlung samt Zinsen.

Begründet wird die Klage demnach damit, dass die Spende ausschließlich zur Demokratieförderung verwendet werden sollte. Doch beim Landesverband Thüringen habe es seit dem Spendenzeitpunkt dagegen eine antidemokratische Entwicklung gegeben, heiße es in der Klageschrift. "Meine Spende sollte der Verbesserung der Demokratie dienen", sagte Krawinkel der Zeitung. "Nachdem sich jedoch die AfD zunehmend undemokratisch und verfassungsfeindlich zeigte, hat sie meine Spende nicht verdient."

Als Belege führen seine Anwälte an, dass der Verfassungsschutz den sogenannten Flügel innerhalb der AfD kurz nach der Spende als rechtsextremistisch einstufte. Als Führungsfigur des "Flügels" gilt Björn Höcke vom Thüringer Landesverband. Auch das transgenderfeindliche Verhalten der AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch gegenüber der Grünen-Abgeordneten Tessa Ganserer nennen die Juristen.

Geld sollen Flüchtlinge aus Ukraine bekommen

Die 100.000 Euro wolle Krawinkel nicht behalten, sondern Ukraine-Flüchtlingen zukommen lassen, heißt es weiter. Die Thüringer AfD stelle sich allerdings quer. Ein Sprecher sagte der Zeitung demnach: "Der Landesverband wird sich gegen diese Klage verteidigen."

Anlass der Spende war laut früheren Medienberichten der Wirbel um die Ministerpräsidentenwahl mithilfe der AfD gewesen. Das Geld ging bei der Partei laut Bundestag zwei Tage nachdem im Erfurter Landtag der FDP-Politiker Thomas Kemmerich auch mit Stimmen der AfD-Fraktion zum Ministerpräsidenten gewählt worden war, ein. Kemmerich trat später zurück.

Zuvor war Spender Krawinkel als Ankäufer von Boris-Becker-Trophäen im Rahmen einer Zwangsversteigerung in Erscheinung getreten. Angeblich um sie dem früheren Wimbledon-Sieger zurückzugeben, hatte der Unternehmer Erinnerungsstücke des Tennis-Stars für rund 500.000 Euro erworben.

Quelle: ntv.de, chl

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