Politik

Wähler von allen Parteien gewonnen AfD feiert "Anfang vom Ende" Merkels

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AfD-Spitzenkandidat Holm (r.) stößt mit Bundesvize Alexander Gauland auf den Wahlerfolg an.

(Foto: AP)

Aus dem Stand wird die AfD zweitstärkste Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Sie lässt die CDU von Kanzlerin Merkel in deren Heimatland hinter sich. Man wolle "gute Oppositionsarbeit" leisten, sagt Parteichefin Petry. Der Spitzenkandidat ahnt Historisches.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry sieht im Erfolg ihrer Partei bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern vor allem ein Signal gegen die bisherigen Landtagsparteien. Die AfD habe aus allen Parteien Wähler für sich gewinnen können, sagte Petry. "Das liegt daran, dass sie die Wähler zu lange nicht gehört haben."

Dass ein Teil der Wähler von der NPD zur AfD gewandert sei, wollte Petry nicht als Problem sehen. Sie betonte, die "katastrophale Migrationspolitik" von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel habe auch im Nordosten andere Politikfelder überschattet. "Wir haben die CDU in die Schranken verwiesen", indem die AfD aus dem Stand vor der bisherigen Regierungspartei gelandet ist. Man wolle nun in Schwerin "gute Oppositionsarbeit" leisten, eine Fundamentalopposition werde es nicht geben, kündigte Petry an.

Minimalziel für Bundestagswahl

Der AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, sprach derweil von einem historischen Wahlerfolg. "Wir schreiben hier in Mecklenburg-Vorpommern Geschichte", sagte der frühere Radiomoderator in Schwerin. "Es ist das Sahnehäubchen, die CDU von Platz zwei zu verdrängen."

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland bezeichnete das Wahlergebnis als großen Erfolg. Es habe große Symbolkraft für die Bundestagswahl in einem Jahr, sagte er bei der AfD-Wahlparty in Schwerin. Besonders wichtig sei, dass die AfD im Land von Merkel vor der Union liege. Das zeige, dass die Bürger Merkels Politik nicht mehr wollten. Für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in zwei Wochen werde das Ergebnis einen Schub bringen, zeigte sich Gauland überzeugt.

Der AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Björn Höcke, gab das Wahlergebnis seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern als "Minimalziel" für die Bundestagswahl 2017 aus. Er rate seinen Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern nun zu einer "harten und stringenten Oppositionspolitik" im Schweriner Landtag, sagt Höcke.

"Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Merkels"

Die AfD liegt nach den ersten Hochrechnungen bei über 21 Prozent, die CDU bei gut 19 Prozent. "Vielleicht ist das heute der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels", sagte Holm. "Das muss unser Ziel sein." Mecklenburg-Vorpommern sei das neunte Bundesland mit einer AfD-Fraktion im Landtag. Holm kündigte eine konstruktive Mitarbeit im Parlament an, "in welcher Konstellation auch immer".

Im August 2014 war die AfD erstmals in einen Landtag eingezogen: In Sachsen erreichte sie unter Petrys Führung 9,7 Prozent. Einen Monat später schaffte man den Sprung in die Parlamente von Thüringen und Brandenburg, 2015 in die Bürgerschaften von Hamburg und Bremen. Im März dieses Jahres wurde die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 24,3 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU. In Baden-Württemberg erreicht sie 15,1 und in Rheinland-Pfalz 12,6 Prozent.

In zwei Wochen dürfte mit dem Berliner Abgeordnetenhaus der Einzug in das zehnte Landesparlament folgen. Seit Mai 2014 sitzt die Partei außerdem im Europaparlament - allerdings ist die Fraktion nach dem Machtkampf in der Parteiführung auf zwei Abgeordnete geschrumpft.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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