Politik

Chance auf CDU-Annäherung AfD fordert Merkels Rücktritt

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Gauland (mit dem Thüringer AfD-Chef Höcke) bietet sich einmal mehr der CDU an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für die AfD ist CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer mit ihrem Abgrenzungskurs zur AfD gescheitert. Dieser sei "unsinnig und realitätsfern". Fraktionschef Gauland warnte die Union nun vor einem Abschied aus dem bürgerlichen Lager. Die Parteispitze will derweil auch den Rücktritt der Kanzlerin.

AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland begrüßt den angekündigten Rückzug von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und sieht nun Chancen für eine Annäherung der beiden Parteien. Parteichef Jörg Meuthen und Vize Beatrix von Storch forderten, auch Kanzlerin Angela Merkel müsse jetzt zurücktreten.

"Es ist völlig unsinnig und realitätsfern, auf Dauer nicht mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen", sagte Gauland in Berlin. "Ihre parteiinterne Politik der Ausgrenzung gegenüber unserer demokratischen Bürgerpartei hat sie nicht durchsetzen können."

Kramp-Karrenbauer habe "die CDU mit ihrem Ausgrenzungskurs ins Chaos gestürzt", sagte der 78-Jährige weiter. Mit Blick auf Thüringen betonte er, wenn die Union lieber Politiker der Linken "in Staatsämter hieven will, als mit uns auch nur zu reden, verabschiedet sie sich aus dem bürgerlichen Lager".

"Darunter geht es nicht"

Für Meuthen ist mit dem Rückzug AKKs "das eigentliche Problem der CDU in keiner Weise gelöst". Die Partei sei "inhaltlich und personell komplett entkernt", verantwortlich dafür sei die langjährige CDU-Parteichefin und Kanzlerin Merkel. "Ihr vollständiger politischer Rückzug ist unabdingbare Voraussetzung einer wirklichen Erneuerung der CDU", forderte Meuthen. "Darunter geht es nicht."

Ähnlich äußerte sich von Storch: Die Verantwortung für die "fatale Lage der CDU" trage Merkel. "Wenn die CDU nicht den Weg der ehemaligen Volkspartei SPD gehen will, kann das nur heißen: Merkel muss zurücktreten und den Weg für einen politischen Neuanfang freimachen", forderte sie.

Am Vormittag hatte Kramp-Karrenbauer im Parteipräsidium erklärt, dass sie den CDU-Parteivorsitz in absehbarer Zeit abgeben und auf die Kanzlerkandidatur verzichten will. Der Schritt erfolgte offenbar im Zuge des Thüringen-Debakels, wo sie sich nicht gegenüber dem dortigen CDU-Landesverband durchsetzen konnte.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP