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Furcht vor Verfassungsschutz AfD gründet Task-Force gegen Beobachtung

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Die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland wappnen sich gegen eine mögliche Beobachtung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Drei Bundestagsabgeordnete der AfD sollen zukünftig Gegenstrategien vorbereiten, um die Partei für eine mögliche Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu rüsten. Fraktionschefin Weidel schließt auch juristische Schritte nicht aus.

Der Bundesvorstand der AfD hat in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin nach Angaben aus Teilnehmerkreisen beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit dem Thema einer "möglichen Beobachtung durch Landesämter oder das Bundesamt für Verfassungsschutz befasst". Ihre Aufgabe werde es sein, Gegenstrategien vorzubereiten, sowohl rechtlich als auch argumentativ.

Zu den Mitgliedern dieser Gruppe sollen den Angaben zufolge die drei Bundestagsabgeordneten Roman Reusch, Roland Hartwig und Martin Hess gehören. Reusch und Hartwig sind Juristen, Hess war früher bei der Polizei. Alle drei werden nicht dem rechtsnationalen Flügel der Partei zugerechnet.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hatte zuvor eine Klage gegen den Verfassungsschutz angekündigt, falls es zu einer Beobachtung der Partei durch den Inlandsgeheimdienst kommen sollte. "Ich halte das vom Verfassungsschutz sehr weit hergeholt", sagte Weidel am Mittwoch im ZDF. "Wir werden dagegen klagen, sollte es überhaupt nach einer Prüfung zu einem positiven Entscheid kommen."

Die Verfassungsschutzämter in Bremen und Niedersachsen hatten kürzlich entschieden, die AfD-Jugendorganisationen dort zu beobachten. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Erfurt hatte zudem die Thüringer AfD mit ihrem Partei- und Fraktionschef Björn Höcke vergangene Woche zum Prüffall erklärt. Das ist eine Vorstufe einer möglichen Beobachtung der AfD, bei der keine nachrichtendienstlichen Mittel zum Einsatz kommen. Höcke führt den völkischen "Flügel" der AfD.

Dass Höcke bei einer Demonstration in Chemnitz kürzlich unter anderem mit dem Initiator des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann, in der ersten Reihe aufgetreten war, wollte Weidel nicht kommentieren. Sie sagte: "Da müssen Sie Herrn Höcke fragen." Und: "Sie können nicht kontrollieren bei einem Schweigemarsch, wer sich noch mit anhängt und das ist vielleicht auch Björn Höcke eine Lehre."

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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