Politik

Skandale schrecken Wähler ab AfD stürzt im Osten von Platz eins auf drei

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Wahlplakate der AfD liegen im September 2019 nach der Landtagswahl in Sachsen auf einem Haufen am Straßenrand.

(Foto: dpa)

Ostdeutschland ist die Hochburg der AfD. Aber viele Wähler scheinen sich angesichts anhaltender Skandale abzuwenden: In einer neuen Umfrage ist die Partei hinter der CDU und der Linken nur noch die drittstärkste politische Kraft.

Nach zahlreichen internen Streitigkeiten hat die AfD in Ostdeutschland einer Umfrage zufolge massiv an Zustimmung verloren und ist innerhalb eines Jahres von Platz eins auf Platz drei gerutscht. Lag die AfD Anfang Oktober 2019 im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Kantar für "Bild am Sonntag" noch bei 24 Prozent und damit einen Prozentpunkt vor der CDU, kommt sie nun nur noch auf 18 Prozent. Sie liegt im Osten damit knapp hinter der Linken (19 Prozent) und deutlich hinter der CDU (30 Prozent). Die SPD kommt im Osten auf 13 Prozent, die Grünen auf 9 Prozent, die FDP auf 5 Prozent und die sonstigen Parteien auf 6 Prozent.

In der vergangenen Woche hatte die AfD-Fraktion im Bundestag ihren früheren Pressesprecher Christian Lüth nach Berichten über menschenverachtende Äußerungen zu Migranten in einer TV-Dokumentation rausgeworfen. Im Mai hatte der AfD-Bundesvorstand dem früheren Brandenburger Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz die Mitgliedschaft aberkannt und dies mit früheren Kontakten ins rechtsextreme Milieu begründet.

Bundesweit kommt die AfD im jüngsten RTL/ntv Trendbarometer nur noch auf 9 Prozent der Stimmen. Das sind 4 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Mit 36 Prozent bleibt die Union auch auf Bundesebene die mit Abstand stärkste politische Kraft. Sie liegt 16 Prozentpunkte vor den Grünen (20 Prozent), der Abstand auf die SPD beträgt 21 Prozentpunkte. Auf die Linke entfallen 7 Prozent, die FDP steht bei 6 Prozent.

Damit ist bundesweit kein Bündnis ohne CDU und CSU möglich. Eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen hätte lediglich 41 Prozent, eine grün-rot-rote Koalition 42 Prozent, ein Bündnis aus Union und FDP ebenfalls 42 Prozent. Regierungsfähige Mehrheiten gäbe es derzeit nur für Schwarz-Grün (56 Prozent) oder eine Fortsetzung der "Großen" Koalition (51 Prozent).

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Quelle: ntv.de, chr/dpa