Politik

Proteste nach Angriff auf Schule Afghanische Frauen fordern Recht auf Bildung ein

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Vor allem Mädchen und junge Frauen kamen bei dem Anschlag ums Leben.

(Foto: picture alliance / AA)

Bei einem Selbstmordanschlag in einer Kabuler Schule kommen mindestens 53 Menschen ums Leben. Seit dem Angriff gehen afghanische Frauen auf die Straße und fordern ein Recht auf Bildung für alle und das Ende der Verfolgung der schiitischen Hazara. Die Taliban begegnen den Protesten mit Gewalt.

Nach dem tödlichen Anschlag auf eine Schule in Kabul sind in Afghanistan nach Medienberichten den dritten Tag in Folge Menschen auf die Straße gegangen. Unter ihnen waren mehrheitlich Frauen. Demonstriert wurde zunächst in den Provinzen Kabul, Balkh, Herat und Bamyan. Die Protestler forderten, Frauen das Recht auf Bildung zu gewähren, sowie das Ende der Verfolgung der schiitischen Hazara. Die Taliban gingen mit Gewalt gegen die Proteste vor, wie Medien vor Ort berichteten.

Am Freitag kamen bei einem Anschlag auf eine Privatschule in Kabul nach Angaben der Vereinten Nationen 53 Schülerinnen und Schüler ums Leben. 110 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern waren vor allem Mädchen und junge Frauen. Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Dashte Barchi, der mehrheitlich von den Hazara bevölkert wird. Bekannt hat sich bisher noch niemand zu dem Anschlag.

Die Taliban, die seit August 2021 wieder an der Macht in Afghanistan sind, gingen hart gegen die Demonstranten vor. Es soll zu Schüssen, Schlägen und Verhaftungen gekommen sein. Demonstrantinnen wurden von Sicherheitskräften weggezerrt. Studentinnen aus Mazar-i Sharif berichteten, von den Taliban in ihrem Wohnheim eingesperrt worden zu sein. Videoaufnahmen auf Twitter zeigen, wie die Frauen versuchen, sich aus dem Gebäude zu befreien. In Herat sagte eine Studentin gegenüber lokalen Medien, männlichen Studenten sei die Teilnahme an den Protesten gar nicht erst erlaubt worden.

Die Taliban haben Schulen für Mädchen ab der siebten Klasse geschlossen. Universitäten und einige Privatschulen stehen Frauen jedoch noch offen.

Journalisten sprachen ebenfalls von Repressionen bei den Protesten. Vielerorts durften sie nicht berichten und wurden bedroht, wie es hieß. Die Website der Tageszeitung "Hasht-e-Sobh Daily" wurde nach eigenen Angaben gesperrt. Amnesty International verurteilte das Vorgehen der Taliban und sprach von einem "Angriff auf die freie Presse, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit". Auch außerhalb Afghanistans fanden nach dem Anschlag Demonstrationen statt. Der Hashtag "StopHazaraGenocide" wurde auf Twitter mehr als eine Million mal geteilt.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

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