Politik

Ein Flüchtling als Attentäter? "Ahmad Almohammad" gibt es acht Mal

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Kam dieser Mann wirklich als Flüchtling?

(Foto: AP)

Ein Rätsel der Pariser Anschläge ist noch immer der Attentäter, in dessen Nähe ein syrischer Pass gefunden wurde. Die Frage, die sich viele stellen: Könnte einer der Terroristen als Flüchtling nach Europa gekommen sein?

Bei einem der Pariser Selbstmordattentäter, die sich am Stade de France in die Luft sprengten, ist ein syrischer Pass gefunden worden: Und inzwischen sind die Sicherheitsbehörden zu einigen Erkenntnissen über diesen Pass gekommen. Das Dokument ist offenbar gefälscht. Es lautet auf den Namen Ahmad Almohammad, der demnach am 10. September 1990 geboren wäre und aus der syrischen Stadt Idlib stammen würde. Französische Beamte deuteten gegenüber mehreren Medien an, dass sie Hinweise darauf haben, dass Almohammed ursprünglich ein dem Assad-Regime treu ergebener Soldat war und bereits vor einigen Monaten ums Leben kam.

Am Samstag verhaftete die serbische Polizei einen Mann in einem Flüchtlingslager, der seinem Pass zufolge ebenfalls Ahmad Almohammad aus Idlib war. Er trug ein Papier bei sich, das die gleichen Daten enthielt wie das in Paris gefundene Dokument, allerdings ein anderes Foto. Serbischen Beamten zufolge wurden nahezu identische Pässe bereits zuvor von sechs anderen Männern benutzt.

Gute Geschäfte für Fälscher

Damit liegt der Schluss nahe, dass alle Dokumente Fälschungen aus der gleichen Quelle im Nahen Osten sind. Nach Angaben von Reportern vor Ort werden beispielsweise im Irak syrische Pässe, Personalausweise oder Geburtsurkunden für etwa 250 Euro angeboten.

Französische Ermittler veröffentlichten das Foto des noch nicht identifizierten Selbstmordattentäters vom Stade de France. Sie suchen damit nach Zeugen, um die wahre Identität des Mannes herauszufinden, die sich am Freitagabend in der Umgebung des Stadions in die Luft gesprengt hatten. Das Dokument, das in der Nähe seiner Leiche gefunden wurde, war von einem Mann genutzt worden, der laut griechischen Behörden am 3. Oktober als Flüchtling auf der Insel Leros registriert worden war. Dies war per Fingerabdruck nachgewiesen worden. Nach bisherigen Erkenntnissen überquerte der Mann die Ägäis auf einem Boot mit 198 anderen Flüchtlingen. Er wurde zunächst festgenommen, später aber wieder freigelassen, weil die Beamten ihn als echten Flüchtling einstuften. Mit den in Griechenland ausgegebenen Papieren reiste er auf der Balkanroute weiter und passierte unter anderem Checkpoints in Serbien und Kroatien.

Innenminister Thomas de Maiziere betonte am Dienstag, es lasse sich immer noch nicht sagen, ob es sich um eine Person handele, die als Flüchtling von der Extremisten-Miliz IS nach Europa entsendet worden sei oder um einen "geschickten Schachzug" des IS, um eine falsche Spur zu legen.

Alle bisher identifizierten Attentäter waren Bürger von EU-Ländern.

Quelle: n-tv.de, sba

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