Politik

Nach tödlichem Absturz in Mali Airbus warnt vor Autopilot beim Tiger

f20af42519767c5279a680a37ab84326.jpg

Nicht nur bei der Bundeswehr bleiben alle Tiger zunächst am Boden.

(Foto: dpa)

Der Absturz eines Kampfhubschraubers beim Bundeswehreinsatz in Mali gibt Experten bislang Rätsel auf. Erkenntnisse des Herstellers könnten nun erste Hinweise geben. Doch Airbus will noch keine Aussagen zu einer möglichen Ursache machen.

Nach dem tödlichen Tiger-Unglück bei der Bundeswehr in Mali hat der Hersteller Airbus die Abnehmer des Kampfhubschraubers vor dem Flug im Autopiloten bei Turbulenzen gewarnt. Die Besatzung müsse sich demnach bei möglichen Turbulenzen auf eine schnelle Umstellung vom automatischen auf den manuellen Flugbetrieb einstellen, heißt es in dem sogenannten Alert Service Bulletin, über den das verteidigungspolitische Blog "Augen geradeaus!" berichtet. Der unerwartete Wechsel bei Turbulenzen könnte zum Unfall in dem westafrikanischen Land beigetragen haben.

"Konkret wollen wir die Flughandbücher vereinheitlichen und daran erinnern, dass die Crew bei Nutzung des Autopiloten in turbulenter Umgebung ihre Aufmerksamkeit an die Umweltbedingungen anpassen muss", teilte ein Sprecher von Airbus Helicopters im bayerischen Donauwörth mit.

Dies sei keine Aussage über mögliche Unfallursachen, sondern eine Vorsichtsmaßnahme, um die Sicherheit der gesamten Tiger-Flotte weiter zu erhöhen, sagte der Sprecher weiter. Die Bundeswehr und andere Armeen, bei denen das Modell im Einsatz ist, haben ihre Kampfhubschrauber seit dem Absturz in Mali weitgehend stillgelegt, bis genauere Erkenntnisse vorliegen. 

Der Kampfhubschrauber war im Juli bei einem Einsatzflug abgestürzt und sofort ausgebrannt. Die zweiköpfige Besatzung - ein Pilot und ein Schütze - kam ums Leben. Die Bundeswehr hat eine Expertenkommission eingerichtet, die den Absturz untersucht. Ergebnisse hat sie noch nicht vorgelegt.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa