Politik

Regime geht mit Gewalt vorAktivisten melden mehr als 3400 Tote bei Protesten im Iran

14.01.2026, 18:00 Uhr
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Iranische Polizeibeamte bewachen einen Protest vor der britischen Botschaft in Teheran. (Foto: via REUTERS)

Im Iran herrscht nach schweren Unruhen und landesweiten Aufständen in den Metropolen eine angespannte Ruhe. Das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte hat Tausende Tote gefordert – Aktivisten melden täglich neue Zahlen.

Beim gewaltsamen Vorgehen gegen die Proteste im Iran haben Sicherheitskräfte nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) bislang mindestens 3428 Demonstrantinnen und Demonstranten getötet. Die Zahl beruhe auf Angaben aus dem iranischen Gesundheits- und dem Bildungsministerium, erklärte die Gruppe mit Sitz in Norwegen. Mehr als 10.000 Menschen wurden laut IHR im Zuge der Massenproteste festgenommen.

Den Angaben zufolge wurden allein zwischen dem 8. und 12. Januar mindestens 3379 Todesfälle von Demonstranten im Gesundheitsministerium registriert.

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights, Mahmood Amiry-Moghaddam, zeigte sich besorgt angesichts entsprechender Äußerungen iranischer Regierungsvertreter. "Die internationale Gemeinschaft muss diese Drohungen sehr ernst nehmen, denn die Verantwortlichen der Islamischen Republik haben auch in den 1980er-Jahren zur Aufrechterhaltung des Systems ähnliche Verbrechen begangen", sagte er.

Berichte über tote Sicherheitskräfte

IHRNGO verwies außerdem auf Berichte staatlicher Medien, denen zufolge mindestens 121 Polizisten, Sicherheits- und Staatskräfte bei den Unruhen ums Leben kamen. Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Das Internet im Iran ist nun seit fast einer Woche gesperrt. Nur langsam dringen Informationen nach außen. Seit Dienstag können Bewohner im Iran wieder ins Ausland telefonieren.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP/dpa

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