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Nach umstrittener Verurteilung Al-Sisi begnadigt Al-Dschasira-Journalisten

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Baher Mohammed (M.) und Mohammed Fahmy (r.) waren zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie die verbotene Muslimbruderschaft unterstützt haben sollen.

(Foto: imago/UPI Photo)

Vor wichtigen Feiertagen und Festen ist es in Ägypten üblich, dass der Präsident Gefangene begnadigt. 100 Inhaftierte profitieren diesmal davon. Unter ihnen auch zwei Journalisten, deren Verurteilung international für Aufsehen gesorgt hatte.

Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah Al-Sisi hat zwei zu Haftstrafen verurteilte Journalisten des Fernsehsenders Al-Dschasira sowie 98 weitere Gefangene überraschend begnadigt. Die am Mittwoch von der Gefängnisverwaltung bekanntgemachte Entscheidung fiel vor der wichtigsten islamischen Feier, dem Opferfest Eid al-Adha. In Ägypten ist es üblich, dass der Präsident vor hohen Festen Gefangene begnadigt. Diesmal waren auch einige Aktivisten dabei.

Die beiden Reporter Mohammed Fahmy und Baher Mohammed waren im August in einem international scharf kritisierten Berufungsprozess zusammen mit einem weiteren Kollegen von Al-Dschasira zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie die verbotene Muslimbruderschaft unterstützt haben sollen.

Ob der im vergangenen Monat in Abwesenheit verurteilte Al-Dschasira-Journalist Peter Greste ebenfalls zu den Begnadigten gehört, war zunächst unklar. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die Strafen als einen "Affront gegen die Gerechtigkeit" bezeichnet, "der die Totenglocke für die freie Meinungsäußerung in Ägypten läutet". Die USA zeigten sich enttäuscht und besorgt über das Urteil.

Quelle: n-tv.de, lda/dpa

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