Politik

Machtwechsel in MainzAlle Daten zur Wahl in Rheinland-Pfalz

22.03.2026, 23:45 Uhr
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Weht über dem Landtag in der Landeshauptstadt Mainz: Die Flagge von Rheinland-Pfalz. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Zwei Wochen nach Baden-Württemberg wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Der Gewinner des Wahlabends heißt Gordon Schnieder. Die CDU liegt deutlich vor der SPD. Wie sehen die neuen Mehrheitsverhältnisse im Mainzer Landtag aus? Alle Daten zum Wahlausgang im Überblick.

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Gordon Schnieder einen klaren Wahlsieg errungen. Die Christdemokraten steigen laut vorläufigem amtlichen Auszählungsergebnis zur neuen stärksten Kraft im Mainzer Landtag auf - zum ersten Mal nach mehr als drei Jahrzehnten in der Opposition.

Die Sozialdemokraten erleiden mit dem bisherigen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer herbe Verluste und rutschen ab auf Platz zwei. Die AfD verbucht dagegen kräftige Stimmenzuwächse und bildet künftig die drittstärkste Fraktion im Landesparlament. Wie haben die übrigen Parteien in Rheinland-Pfalz abgeschnitten?

Hinweis: Die Infografiken werden bis zur Veröffentlichung des amtlichen Endergebnisses laufend aktualisiert.

Die AfD erreichte von allen Parteien die höchsten Zuwächse und kam auf Platz drei vor den Grünen, wie aus dem vorläufigen Ergebnis des Landeswahlleiters hervorgeht.

Die Zahl der im Landesparlament vertretenen Parteien verringert sich auf vier: Neben CDU, SPD und FDP sind im Landtag von Rheinland-Pfalz künftig nur noch die Grünen vertreten. Die Freien Wähler scheiterten ebenso wie die FDP bei den Zweitstimmen an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke kam wie bereits vor fünf Jahren nicht über die entscheidende Schwelle.

Die FDP, bisher in Mainz Teil der Regierungskoalition, hat den Wiedereinzug ins Parlament noch deutlicher verpasst. Im vorläufigen Ergebnis der Auszählungen kamen die Liberalen nach Angaben der Wahlleitung von Rheinland-Pfalz nur noch auf rund zwei Prozent der abgegebenen Stimmen.

Hinweis: Alle Ereignisse am Wahlabend im ntv.de Liveticker zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Der Gewinner des Abends, CDU-Spitzenkandidat Schnieder, strebt eine schwarz-rote Koalition an. "Wir werden in der demokratischen Mitte eine Koalition bilden. "Wir wollen Rheinland-Pfalz wieder nach vorne führen. Und ich bin überzeugt, dass das auch der politische Mitbewerber in den nächsten Tagen bei einer eigenen Analyse dann auch so sehen wird."

Zweitstimmen-Ergebnis nach Wahlkreisen (Landesstimme)

Regionale Ergebnisse bei den Erststimmen (Wahlkreisstimme)

Gewählt wird in Rheinland-Pfalz regulär alle fünf Jahre. Jeder Wahlberechtigte - im Prinzip alle Einwohner ab 18 Jahren - können bei der Wahl zwei Stimmen vergeben. Die Erststimme (auch Wahlkreisstimme genannt) gilt ähnlich wie bei der Bundestagswahl einer Person, hier einer Wahlkreiskandidatin oder einem Wahlkreiskandidaten. Die Zweitstimme - in Rheinland-Pfalz auch als "Landesstimme" bekannt - geht im Rahmen einer Verhältniswahl an eine der Landes- oder Bezirkslisten der teilnehmenden Parteien und Wählervereinigungen.

Die Verteilung der Sitze ergibt sich aus den Zweitstimmenanteilen und den per Erststimme direkt gewählten Wahlkreisbewerbern. Das Landesparlament in Mainz umfasst regulär 101 Mandate: "Die Sitze werden auf die Parteien und Wählervereinigung im Verhältnis der für sie abgegebenen Landesstimmen verteilt", heißt es dazu beim Landtag zur Erklärung.

Die Koalitionsoptionen auf einen Blick:

Zweitstimmen für Listen, die landesweit weniger als fünf Prozent erhalten haben, werden gemäß der Fünf-Prozent-Klausel dabei nicht berücksichtigt. "Gleichzeitig wird in jedem der 52 Wahlkreise mit den Wahlkreisstimmen je ein Abgeordneter gewählt."

Für die Kandidaten in den Wahlkreisen gilt die landesweite Fünf-Prozent-Klausel nicht. Damit können auch parteiunabhängige Politiker oder Bewerber von kleineren Parteien in den Landtag einziehen - sofern sie in ihrem Wahlkreis die erforderliche Mehrheit der Erststimmen erreichen.

"Jede Partei oder Wählervereinigung mit mehr als fünf Prozent der Stimmen erhält von den 101 Abgeordnetensitzen so viele, wie ihr nach ihrem Landesstimmen-Anteil zusteht", heißt es in Erläuterungen zur Sitzverteilung nach dem "Divisorverfahren mit Standardrundungen" von Sainte-Laguë und Schepers.

So hat Rheinland-Pfalz 2021 gewählt

Von dieser Vorverteilung werden im nächsten Schritt Partei für Partei die jeweils gewonnenen Wahlkreismandate abgezogen. Anschließend werden die verbleibenden Sitze aus den Landeslisten "in der dort festgelegten Reihenfolge" aufgefüllt. Ausgleichs- und Überhangmandate können die Sitzanzahl im Landtag erhöhen.

Wahlergebnisse seit 1947

Bei der vorausgegangenen Landtagswahl im Jahr 2021 hatte die SPD unter der damaligen Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit einem Ergebnis von 35,7 Prozent klar gewonnen. Die CDU schnitt bei der Wahl 2021 mit einem Stimmanteil von 27,7 Prozent deutlich schlechter ab als von den Meinungsforschern erwartet.

Die Grünen konnten sich bei der Wahl 2021 mit plus vier Prozentpunkten auf 9,3 Prozent deutlich verbessern. Die AfD verzeichnete damals im Vergleich zu 2016 kräftige Verluste. Der FDP gelang mit 5,5 Prozent (minus 0,7 Prozent) knapp der Sprung in den Landtag. Erstmals dort vertreten waren ab 2021 die Freien Wähler mit 5,4 Prozent der Stimmen (plus 3,2 Prozent). Die Linke war bereits vor fünf Jahren an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Die CDU feierte am Wahlabend ihren Spitzenkandidaten. "Die CDU Rheinland-Pfalz ist wieder da!", rief der Wahlsieger Gordon Schnieder unter tosendem Applaus seiner Anhänger. Erstmals seit 35 Jahren konnten die Christdemokraten in Mainz bei einer Landtagswahl besser abschneiden als die SPD. "35 Jahre sind vorbei!", hieß es in Sprechgesängen auf der CDU-Wahlparty. So lange war die CDU im Heimatland von Helmut Kohl in die Opposition verbannt.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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