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Attentäter von Berlin Amri soll mit kriminellen Clans gedealt haben

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Laut Polizei hatte Amri wohl Verbindungen zu kriminellen Clans.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Bevor der Berlin-Attentäter Amri im Namen des Islam mordete, handelte er mit Drogen. Nun wird bekannt, dass er dabei Verbindungen zu kriminellen Clans in der Hauptstadt gehabt haben dürfte.

Kurz vor Weihnachten 2016 passiert es: Der Tunesier Anis Amri lenkt einen Lastwagen auf den Berliner Breitscheidplatz an der berühmten Gedächtniskirche, mitten in die Menschenmenge auf den Weihnachtsmarkt. Zwölf Menschen sterben, viele Dutzend werden verletzt - der brutale Terroranschlag trifft Deutschland ins Mark. Jetzt wird bekannt, dass der Attentäter Verbindungen zu kriminellen Clans in Berlin gehabt haben soll.

Der "Tagesspiegel" berichtet von einem Vorfall ein paar Monate vor dem Anschlag, im Juli 2016. Amri stürmte damals mit zwei Männern eine Shisha-Bar im Berliner Bezirk Neukölln. Das war nicht irgendein Lokal, sondern ein polizeibekannter Treffpunkt von Drogendealern. Auch Amri handelte mit Rauschgift, die Polizei hatte ihn als Dealer auf dem Schirm, hörte sogar sein Handy ab. Als Amri und seine Kumpanen im Laden auftauchten, kam es zu einer Schlägerei, dann wurden Messer gezogen, ein Mann wurde verletzt.

Mann versteckte sich auf der Toilette

In dem "Tagesspiegel"-Bericht heißt es nun, dass da noch ein Mann war, von dem bislang keine Rede war - der hatte sich demnach auf der Toilette versteckt, als die Fäuste flogen. Es handelt sich um einen gewissen Ali A.-C., ein "polizeibekanntes Clan-Mitglied". Warum er sich dort versteckte? Das ist unbekannt. Es kann Zufall gewesen sein. Oder er flüchtete schnell, um der Gewalt zu entgehen. Oder er wusste vorher, dass Amri und seine beiden Männer kommen würden. Doch das ist Spekulation.

Die neuen Informationen hat nun der Berliner Senat für Inneres herausgegeben. Die SPD hatte sie im Abgeordnetenhaus, dem Berliner Landtag, angefordert. Die FDP kritisierte nun, dass die Polizei nicht weiter ermittelt habe. Sie hätte klären müssen, woher Amri seine Drogen bezog und für wen er gearbeitet hatte, zitiert der "Tagesspiegel" FDP-Mann Marcel Luthe.

Quelle: n-tv.de, vpe

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