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Raketenangriff knapp überlebt? Angeklagte Mutter bestreitet Reise zum IS

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Gegen die 40-jährige Mutter läuft ein Verfahren wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

(Foto: picture alliance / Daniel Karman)

Bei einem Prozess in Nürnberg wird einer Mutter vorgeworfen, dass sie sich dem IS anschließen wollte. Sie soll sogar zusammen mit ihren Kindern nach Syrien gereist sein. Die 40-Jährige verweist jedoch auf eine Intrige ihres Mannes.

Im Prozess gegen eine Mutter, die mit ihren vier Kindern nach Syrien gereist sein soll, um sich radikalen Islamisten anzuschließen, bestreitet die Frau die meisten Vorwürfe der Anklage. Beim Prozessbeginn vor dem Amtsgericht in Nürnberg sagte die 40-Jährige, sie habe sich in Syrien nur im Grenzgebiet zur Türkei aufgehalten, weil es dort als relativ sicher galt.

"Wir waren keinen Kampfhandlungen ausgesetzt", sagte die Frau. Sie habe sich auch nicht der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen. Diese Behauptung habe ihr Mann in die Welt gesetzt. Laut Anklage soll die Frau im September 2014 mit ihren Kindern über die Türkei nach Syrien gereist sein, um sich dem IS anzuschließen.

Nach etwa einem halben Jahr soll sie sich abgewandt haben und mit ihren Kindern zur Al-Nusra-Front, einem Al-Kaida-Ableger, in die Nähe der türkischen Grenze geflüchtet sein. Dort hätten Mutter und Kinder einen Raketenangriff auf ihre Unterkunft nur knapp überlebt. Das älteste Kind - ein Mädchen - wurde laut Anklage von Gewehrkugeln getroffen. Beides bestritt die Frau vor Gericht.

Im Prozess muss sich die gebürtige Dresdnerin wegen der Entziehung Minderjähriger verantworten. Für die drei ältesten ihrer vier Kinder hatte sie das gemeinsame Sorgerecht mit dem Vater. Dieser wusste aber nichts von den Reiseplänen. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt in einem anderen Verfahren gegen die 40-Jährige wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Quelle: n-tv.de, vni/dpa

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