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Terroranschlag im Iran Angreifer schießen bei Parade in die Menge

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Mindestens acht Menschen sind bei dem Anschlag in Ahwas ums Leben gekommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während Irans Staatsoberhaupt Ruhani bei einer Militärparade US-Präsidenten Trump ein Ende wie das von Saddam Hussein prophezeit, fallen bei einem anderen Aufmarsch Schüsse. Dutzende Menschen kommen dabei ums Leben.

Bei einem Anschlag auf eine Militärparade der Revolutionsgarde im Südwesten des Iran sind nach amtlichen Angaben 24 Menschen getötet worden. Mehr als 60 Menschen seien zudem verletzt worden, als Unbekannte in der Stadt Ahwas das Feuer auf eine Zuschauertribüne mit offiziellen Vertretern eröffneten, meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna. Von den vier Angreifern seien ebenfalls zwei getötet worden. Zudem befinde sich ein Journalist unter den Todesopfern, wurde der stellvertretende Gouverneur der Provinz Chusestan, Ali Hossein Hosseinsadeh, von der Agentur zitiert.

Es war einer der schwersten Anschläge, die sich gegen die iranische Elitetruppe richtete. Zunächst bekannte sich niemand dazu. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif machte "regionale Terror-Unterstützer und ihre US-Herren" für den Anschlag verantwortlich - die gängige Formulierung für die Erzrivalen Saudi-Arabien und Israel. Die Islamische Republik werde entschieden auf den Angriff reagieren.

In einem Bericht des staatlichen Fernsehens wurden sunnitische Extremisten verantwortlich gemacht. In der Region kommt es immer wieder zu Protesten der sunnitischen Minderheit in dem mehrheitlich schiitisch geprägten Iran. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Soldaten auf dem Boden krochen, um den Schüssen auszuweichen. Frauen und Kinder liefen um ihr Leben.

Ruhani will Irans Raketenprogramm ausbauen

Bei einer anderen Militärparade anlässlich des Jahrestags des Beginns des Ersten Golfkriegs sagte Irans Staatsoberhaupt Hassan Ruhani, die Islamische Republik werde nicht auf ihr Raketenprogramm verzichten. "Wir werden niemals unsere Verteidigungskapazitäten reduzieren, wir werden sie von Tag zu Tag ausbauen", so Ruhani. Die Tatsache, dass das iranische Raketenprogramm andere Länder verärgere, zeige, dass die Raketen "unsere effektivste Waffe sind".

US-Präsident Donald Trump werde in dem Konflikt mit dem Iran genauso scheitern wie der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein, ergänzte Ruhani am Jahrestag des Beginns des Ersten Golfkriegs zwischen dem Iran und dem Irak von 1980 bis 1988.

In der Konfrontation mit den USA will der Iran nicht klein beigeben. Die Islamische Republik werde nicht auf ihr Raketenprogramm verzichten, hatte Ruhani zuvor bereits in einer Fernsehansprache zu Beginn eines Seemanövers der iranischen Steitkräfte im Golf gesagt. "Der Iran wird seine defensiven Waffen nicht aufgeben... auch nicht die Raketen, die die USA so wütend machen."

Quelle: n-tv.de, uzh/rts/AFP

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