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Justiz erhebt Anklage Angreifer von Kippa-Träger muss vor Gericht

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Eine ähnliche Kippa trug ein 21-Jähriger in Berlin. Er wurde mit einem Gürtel angegriffen.

(Foto: picture alliance / Fredrik von E)

Im April attackiert ein 19-Jähriger einen Kippa tragenden Mann mit einem Gürtel. Der Angreifer sitzt bereits in U-Haft. Nun muss sich der Syrer für die antisemitisch motivierte Attacke vor Gericht verantworten.

Einen Monat nach dem Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Angreifer erhoben. Dem 19-jährigen Syrer werde gefährliche Körperverletzung und Beleidigung zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zuständig für den Fall ist demnach ein Jugendschöffengericht.

Am 17. April waren der 21-jährige Israeli und ein Freund im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg von einer Gruppe arabisch sprechender Männer antisemitisch beschimpft worden. Einer aus der Gruppe griff den Israeli dann an und schlug mit einem Gürtel auf ihn ein. Der Täter habe "in Verletzungsabsicht mehrfach mit einer Gürtelschnalle auf Kopf und Körper geschlagen", erklärte die Staatsanwaltschaft. Der 21-Jährige habe unter anderem eine aufgeplatzte Lippe und länger anhaltende Schmerzen an Kopf und Körper davongetragen.

Dabei ist das Opfer der antisemitischen Attacke kein Jude, die Kippa habe er als Experiment getragen. "Ich bin nicht jüdisch, ich bin Israeli. Ich bin in Israel in einer arabischen Familie aufgewachsen", sagte der 21-Jährige im Gespräch mit "Deutsche Welle".

Der Israeli hatte den Angriff gefilmt und das Video ins Internet gestellt. Die Attacke löste eine Welle der Empörung aus. Hochrangige Politiker bis hin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigten sich betroffen, in mehreren deutschen Städten gab es Aktionen gegen Antisemitismus. Als Zeichen der Solidarität trugen viele Demonstranten eine Kippa, die traditionelle jüdische Kopfbedeckung.

Der gesuchte Verdächtige wurde relativ schnell von der Polizei identifiziert. Er stellte sich dann selbst. Seit dem 19. April sitzt er in Untersuchungshaft.

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Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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