Politik

Mindestens 31 Tote in PakistanAngreifer ziehen Menschen aus Bussen und erschießen sie

26.08.2024, 13:06 Uhr
00:00 / 02:52
6352ae91c58e9e6caac09cd1f0889f9a
Mehrere Fahrzeuge wurden in Brand gesteckt. (Foto: AP)

In der Krisenregion Baluchistan in Pakistan werden bei Angriffen viele Menschen getötet. Die Täter gehen besonders bei ihren Attacken auf Busse und Autos grausam vor. Möglicherweise ist eine Separatistengruppe verantwortlich.

Bei zwei bewaffneten Angriffen im Südwesten Pakistans sind mindestens 31 Menschen getötet worden. In Musakhail, einem Bezirk in der Provinz Baluchistan, hätten Verdächtige Insassen aus Bussen, Autos und Lastwagen geholt, sie nach ihrem Ausweis gefragt und 23 Menschen erschossen, teilte der ranghohe Polizeivertreter Ayub Achakzai mit. Die Angreifer hätten mindestens zehn Fahrzeuge in Brand gesteckt, ehe sie geflohen seien.

Separatisten verlangen von Opfern oft, sich auszuweisen. Wenn diese von außerhalb der Provinz sind, werden sie entführt oder gar getötet. Viele Opfer jüngster Attacken stammen aus der benachbarten Provinz Punjab.

Stunden vor dem Angriff in Musakhail hatte die verbotene sogenannte Baluchistan-Befreiungsarmee (BLA) Bewohner aufgefordert, sich von den Autobahnen der Region fernzuhalten. Sie seien im Begriff, Anschläge auf Sicherheitskräfte in mehreren Gebieten der Provinz zu verüben. Die Bluttat mit mindestens 31 Toten reklamierte die Gruppe jedoch nicht für sich. In einer Erklärung der BLA hieß es nur, sie habe Sicherheitskräften durch Anschläge in der Provinz massive Verluste zugefügt. Von offizieller Seite wurde die Darstellung nicht bestätigt.

Tote Polizisten bei weiterem Anschlag

Bei einem separaten Anschlag im ebenfalls in Baluchistan gelegenen Bezirk Qalat wurden nach Behördenangaben mindestens neun Menschen umgebracht. Unter den Toten seien vier Polizisten und fünf Passanten, hieß es. Zudem sprengten Aufständische in Bolan eine Eisenbahnstrecke in die Luft, attackierten eine Polizeiwache in Mastung und zündeten Fahrzeuge in Gwadar an. Bei all diesen Orten handelte es sich um Bezirke in Baluchistan.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, Präsident Asif Ali Zardari und Innenminister Mohsin Naqvi verurteilten den Angriff in Musakhail als "barbarisch" und betonten, dass die Schuldigen zur Verantwortung gezogen würden. Später teilte Naqvi mit, dass Sicherheitskräfte in Baluchistan auf die Bluttaten reagiert und 12 Rebellen getötet hätten. Nach dem Abschluss einer Untersuchung würden die Behörden mitteilen, wer hinter den Anschlägen gesteckt habe. "Terroristen und deren Förderer werden in diesem Land keinen Ort haben, an dem sie sich verstecken können."

Baluchistan ist schon seit Langem Schauplatz eines blutigen Aufstands in Pakistan. Gleich mehrere Separatistengruppen verüben dort wiederholt Anschläge, die primär auf Sicherheitskräfte abzielen. Die Rebellen fordern die Loslösung von der Zentralregierung in Islamabad. Die pakistanischen Behörden haben den Aufstand zwar für eingedämmt erklärt, doch hält die Gewalt in Baluchistan an.

Quelle: ntv.de, rog/AP

GewaltPolizeiPakistan