Politik

Angriffe auf Schienennetz?Iran soll Sicherheitsgarantien und Gebühren für Hormus-Passage fordern

07.04.2026, 10:03 Uhr
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Die Angriffe auf zivile Infrastruktur im Iran könnten heute in die nächste Phase gehen. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Kommen sich die USA und der Iran bei Verhandlungen über eine Feuerpause näher? Einem Bericht zufolge richtet Teheran konkrete Forderungen an Washington, die US-Präsident Trump als bedeutend bezeichnet. Indes wendet Israel sich mit einer ominösen Warnung an die Iraner.

Der Iran fordert für eine Feuerpause mit Israel und den USA laut einem Medienbericht Sicherheitsgarantien und ein Ende israelischer Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Die "New York Times" schreibt unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte iranische Regierungsvertreter, Teheran wolle zudem Zusicherungen, künftig nicht Ziel weiterer Angriffe zu werden.

Nach dem Bericht sieht ein von Teheran vorgeschlagener Plan vor, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Iran wolle jedoch eine Gebühr von rund zwei Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) pro Schiff erheben. Die Einnahmen würden demnach mit Oman geteilt, das an die Wasserstraße angrenzt.

Iran wolle seinen Anteil an den Einnahmen für den Wiederaufbau von Infrastruktur verwenden, die bei US-israelischen Angriffen beschädigt worden sei, berichtete die "New York Times" weiter. Auf direkte Entschädigungsforderungen würde Teheran demnach verzichten.

Warnung vor Zugfahrten

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Vorschlag am Montag als "bedeutend", erklärte später jedoch, er sei nicht ausreichend. Trump hatte Teheran ein Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormus gesetzt und dieses mehrfach verlängert. Derzeit gilt es offenbar bis Dienstag um 20 Uhr (Ortszeit, Mittwoch 2 Uhr MESZ).

Trump drohte der iranischen Führung am Montag mit massiven Angriffen auf die Infrastruktur, sollte sie die Meerenge bis dahin nicht für den Schiffsverkehr freigeben. Das israelische Militär warnte die Bevölkerung im Iran am Morgen davor, mit dem Zug zu reisen oder sich in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten. Wer sich dort aufhalte, gefährde sein Leben, hieß es in einem auf Farsi formulierten Post auf der Plattform X. Die Warnung gelte ab sofort bis 21 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MESZ).

Die iranische Bevölkerung hat seit dem 28. Februar nur Zugang zu einem eingeschränkten internen Intranet, in dem es nur staatlich genehmigte Inhalte gibt. Die Iraner nutzen aber iranische Plattformen, die Telegram ähneln. Auf einer dieser Plattformen wurde die Warnung der Israelis sechs Minuten nach der Veröffentlichung auf X geteilt.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP/dpa

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