Politik

Kanzleramtschef Helge Braun Angst vor "deutscher Mutante" diktierte Impftempo

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Vollen Schutz gibt erst die zweite Impfung, einen Teilschutz erreicht man bereits mit dem ersten Pieks.

(Foto: imago images/imagebroker)

Anders als andere Länder hat Deutschland lange an den empfohlenen Abständen zwischen erster und zweiter Impfung festgehalten, was zur Verzögerung bei den Impfungen beitrug. Der Grund war die Furcht, "eine deutsche Mutante mit herbeizuführen".

Kanzleramtschef Helge Braun hat vor einer "deutschen Mutante" des Coronavirus gewarnt und mit dieser Sorge das langsame Tempo beim Impfstart in Deutschland begründet. In einer TV-Dokumentation für RTL/ntv sagte Braun, auf Rat von Virologen habe man die Abstände zwischen der ersten und der zweiten Impfung "sehr konsequent" eingehalten.

Programmhinweis

Mehr zum Thema heute um 20.15 Uhr: Dann zeigt RTL die Dokumentation "Zwischen Hoffnung und Tod - Wer hat Schuld am deutschen Impf-Desaster?" Anschließend wird die Doku auch bei TV NOW zu sehen sein.

Ein anfänglich höheres Impftempo hätte zu mehr Menschen mit "Teilschutz" geführt, so Braun. Das wiederum hätte "am Ende eine deutsche Mutante mit herbeiführen" können, "die die unangenehme Eigenschaft hat, schlechter auf den Impfschutz anzusprechen". Diese Sorge "war das zentrale Argument, warum wir gesagt haben, wir halten Abstände sehr konsequent ein", sagte der CDU-Politiker. Von dieser Linie wich die Bundesregierung erst Anfang März offiziell ab, um das Impftempo zu erhöhen.

Für das anfängliche Chaos bei der Termin-Vergabe machte Braun die Bundesländer verantwortlich: "Da wurden am Anfang auf einen Schlag so viele Menschen aufgefordert, Termine zu machen, dass die Hotlines überfordert waren." Er könne "den Frust gut verstehen". Auch er habe viele Rückmeldungen bekommen von Leuten, die "sehr lange gebraucht haben, um einfach so eine Terminvereinbarung hinzubekommen".

RTL zeigt heute um 20.15 Uhr die Dokumentation "Zwischen Hoffnung und Tod - Wer hat Schuld am deutschen Impf-Desaster?". Die Doku wird anschließend auch bei TV NOW zu sehen sein. "Unser Reporter-Team hat in Berlin, Brüssel, den Bundesländern und bei mehreren Impfstoff-Herstellern recherchiert, interne Akten eingesehen und mit den Verantwortlichen gesprochen", so Nikolaus Blome, Ressortleiter Politik & Wirtschaft bei RTL News. "Die Ergebnisse deuten auf eine Mischung aus Unvermögen, Überforderung und eitler Wurstigkeit hin."

Quelle: ntv.de

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