Politik

Digitale Corona-Impfzertifikate Apotheker lehnen geringere Vergütung ab

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Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich in Apotheken einen digitalen Impfnachweis abholen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Kurzem können sich Vollgeimpfte ihr digitales Impfzertifikat auch in einer Apotheke ausstellen lassen. Gesundheitsminister Spahn möchte ab Juli die Vergütung je Zertifikat deutlich reduzieren. Das könnte die Bereitschaft vieler Apotheken senken, sich an der Aktion zu beteiligen, sagt ihr Verband.

Die Apotheker protestieren gegen eine mögliche Absenkung der Vergütung für die Ausstellung digitaler Corona-Impfzertifikate. "Die Apothekerinnen und Apotheker sind verärgert und verlieren ihr Vertrauen in die Berliner Politik", erklärt die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Regina Overwiening. Hintergrund sind Berichte, wonach das Bundesgesundheitsministerium plant, die Vergütung von derzeit 18 Euro ab Juli auf nur noch 6 Euro zu senken.

Overwiening warnt deswegen vor einer geringeren Bereitschaft der Apotheken in Deutschland, sich an dieser oder anderen Aktionen zu beteiligen. "Wenn die Apotheken keine belastbare Kalkulationsgrundlage und damit keine Planungssicherheit haben, sinkt die Bereitschaft, auch in Zukunft zusätzliche problemlösende Aufgaben zu übernehmen", erklärt die ABDA-Präsidentin. Sie bezeichnet eine Absenkung des Honorars als "nicht nachvollziehbar".

"Massiv vor den Kopf gestoßen"

Auch der Apothekerverband Nordrhein findet deutliche Worte zu den Plänen. "Uns erreichen zahlreiche Beschwerden unserer Mitglieder. Sie sind entsetzt, dass nach noch nicht einmal drei Tagen Honorarkürzungen angekündigt werden", sagt Verbandschef Thomas Preis der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "In sehr kurzer Zeit mussten Apotheken wieder einmal reagieren, investieren und Personal schulen. Sie sehen sich jetzt zu Recht massiv vor den Kopf gestoßen."

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Die Apotheken stellen seit Montag digitale Impfzertifikate für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. "Die Berufsorganisationen haben dafür in den Aufbau einer IT-Infrastruktur investiert, die Apotheken vor Ort haben Personal abgestellt und zusätzliche Hardware eingesetzt", sagt Overwiening. Sie verweist auch auf den damit verbundenen Aufwand: "Die Ausstellung eines Zertifikates bedeutet zum einen, die Daten zu prüfen, einzugeben und auszudrucken. Zum anderen geben die Apotheken den Menschen viel zusätzliche Unterstützung zur Nutzung der Covpass-App."

Das digitale Zertifikat ist zwar nicht als Impfnachweis erforderlich, es soll aber beispielsweise das grenzüberschreitende Reisen in der EU erleichtern.

Quelle: ntv.de, sbl/AFP

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