Politik
Cristina Fernández de Kirchner war acht Jahre lang argentinische Präsidentin.
Cristina Fernández de Kirchner war acht Jahre lang argentinische Präsidentin.(Foto: imago/Agencia EFE)
Donnerstag, 07. Dezember 2017

Haftbefehl erlassen: Argentiniens Ex-Präsidentin wird angeklagt

Ein Attentat von 1994, in das einstige iranische Regierungsmitglieder verwickelt waren, wird für Cristina Fernández de Kirchner zum Problem. Grund ist ein Memorandum mit Teheran, um die Ermittlungen in den Händen einer Wahrheitskommission zu lassen.

Die argentinische Justiz hat Haftbefehl gegen Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner erlassen. Sie wird wegen mutmaßlicher Verschleierung im Fall eines Attentats gegen das jüdische Gemeindehaus Amia im Jahr 1994 angeklagt, bei dem 85 Menschen starben.

Bundesrichter Claudio Bonadío ordnete einen Prozess gegen die ehemalige Staatschefin an, die von 2007 bis 2015 das südamerikanische Land geführt hatte. Er forderte die Aufhebung der parlamentarischen Immunität, die Fernández de Kirchner als Senatsmitglied vor einer Verhaftung schützt.

Nach den Ermittlungen der argentinischen Justiz waren mehrere ehemalige iranische Regierungsmitglieder Drahtzieher des Attentats von 1994. Gegen sie wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen.

Kirchners Regierung unterzeichnete 2013 ein Memorandum mit der iranischen Regierung, um die Ermittlungen in Händen einer internationalen Wahrheitskommission zu lassen. Der damalige Staatsanwalt Alberto Nisman erhob 2015 wegen dieses Memorandums eine Verschleierungsanklage gegen Kirchner. Wenige Tage später wurde er in seiner Wohnung mit einem Kopfschuss tot aufgefunden. Die Justiz untersucht, ob es sich dabei um Selbstmord oder Mord handelte.

Bonadío erließ auch Haftbefehl gegen den ehemaligen Außenminister Héctor Timerman. Die Anklage gegen Kirchner war zunächst von einem anderen Richter abgewiesen worden.

Quelle: n-tv.de

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