Politik

In der Krise und trotz Kirchner Argentinier wählen Präsident Macri ab

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Nach einer Amtszeit ist es auch schon wieder vorbei für Mauricio Macri.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Bei den Präsidentschaftswahlen in Argentinien kommt es zu einem Machtwechsel. Die Wähler schenken ihr Vertrauen dem Herausforderer Alberto Fernández. Dabei schmiedet der Mitte-Links-Politiker eine Bündnis mit der oft kritisierten Ex-Präsidentin Kirchner.

Inmitten einer schweren Wirtschaftskrise haben die Argentinier ihren Präsidenten Mauricio Macri abgewählt. Bei der Präsidentschaftswahl setzte sich Macris Herausforderer Alberto Fernández klar gegen den Amtsinhaber durch: Der Mitte-Links-Politiker von den Peronisten lag nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Wahllokale bei knapp 48 Prozent. Der wirtschaftsliberale Macri kam demnach lediglich auf gut 40 Prozent.

Eine Stichwahl wäre damit nicht nötig: Für einen Sieg in der ersten Wahlrunde muss ein Kandidat mehr als 45 Prozent der Stimmen auf sich vereinen oder mindestens 40 Prozent sowie einen Abstand von zehn Prozentpunkten zum Zweitplatzierten. Macri räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein. Der wirtschaftsliberale Politiker sagte, er habe seinem Herausforderer Alberto Fernández zum Wahlsieg gratuliert. Er werde den Mitte-Links-Politiker bereits am Montag treffen, um eine geordnete Amtsübergabe vorzubereiten.

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Kirchner und Fernandez - aber wer wird in der nächsten Amtszeit das Sagen haben?

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Die Wahlbeteiligung lag der Wahlbehörde zufolge bei rund 81 Prozent. Der Abstand zwischen den beiden führenden Kandidaten war deutlich geringer, als noch bei allgemeinen Vorwahlen im August, als Macri mit 32 zu 48 Prozent eine herbe Niederlage gegen Fernández hatte einstecken müssen. "Das ist ein großer Tag für Argentinien", sagte Fernández am Wahlabend. Der 60-jährige Anwalt war gemeinsam mit der umstrittenen Ex-Präsidentin Cristina Kirchner angetreten, die sich für das Amt der Vize-Präsidentin bewarb. Er wird das Präsidentenamt am 10. Dezember antreten.

Beobachter fragen sich allerdings, wer künftig wirklich das Sagen haben wird: Fernández oder Kirchner, die zwischen 2007 und 2015 Präsidentin war. Zuvor hatte ihr 2010 verstorbener Ehemann Néstor Kirchner das südamerikanische Land geführt. Die Ex-Präsidentin ist höchst umstritten: Gegen die 66-Jährige laufen zahlreiche Ermittlungsverfahren wegen Korruption.

Arbeitslosen- und Inflationsrate angestiegen

Argentinien durchlebt derzeit seine schwerste Wirtschaftskrise seit 17 Jahren. Seit mehr als einem Jahr befindet sich das südamerikanische Land in der Rezession. Die Inflationsrate von Januar bis September lag bei 37,7 Prozent, die Arbeitslosigkeit stieg auf 10,6 Prozent. Mehr als ein Drittel der Argentinier ist von Armut betroffen.

Hinzu kommen die chronisch hohen Staatsschulden. Selbst ein Rettungspaket des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 57 Milliarden Dollar (51,4 Milliarden Euro) konnte die Krise nicht entschärfen. Wegen der Krise und der unbeliebten Sparmaßnahmen seiner Regierung verlor Präsident Macri deutlich an Zustimmung.

Quelle: n-tv.de