Politik

USA wollen mit Rodríguez arbeitenArmee stellt sich nach "feiger Entführung" hinter Maduro-Vize

04.01.2026, 18:44 Uhr
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Übernimmt das Ruder in Venezuela: Delcy Rodríguez. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Das Militär in Venezuela ist einer der entscheidenden Machtfaktoren. Dieses stellt sich nun hinter die bisherige Vize-Präsidentin des Landes - und richtet einen Appell an die Bevölkerung.

Die Militärs in Venezuela unterstützen die Ernennung von Delcy Rodríguez zur Interims-Staatschefin. Verteidigungsminister Vladimir Padrino erklärte in einer Fernsehansprache, die Streitkräfte des Landes billigten die Entscheidung des Obersten Gerichts, die bisherige Stellvertreterin von Staatschef Nicolás Maduro nach dessen Gefangennahme durch das US-Militär mit den Amtsgeschäften zu betrauen.

Zugleich bezeichnete der Minister den US-Einsatz als "feige Entführung", bei der "kaltblütig" eine Reihe von Maduro-Leibwächtern getötet worden seien. Seine Landsleute rief er auf, "in den kommenden Tagen alle Aktivitäten wieder aufzunehmen, sei es in der Wirtschaft, im Arbeitsleben oder im Bildungswesen". Sie sollten Frieden und Ordnung wahren und nicht "Drohungen und der Angst nachgeben, die man uns aufzwingen will".

Die US-Armee hatte Venezuela in der Nacht zum Samstag angegriffen und Maduro sowie dessen Frau gefangen genommen. Anschließend wurde der seit Jahren in Venezuela regierende linksnationalistische Staatschef nach New York gebracht, wo ihm von der US-Justiz wegen "Verschwörung zum Drogen-Terrorismus" der Prozess gemacht werden soll.

Rodríguez wurde nach der Gefangennahme Maduros vom Obersten Gericht Venezuelas gemäß der Verfassung des südamerikanischen Landes damit betraut, "vorübergehend alle mit dem Amt des Präsidenten verbundenen Eigenschaften, Pflichten und Befugnisse zu übernehmen und auszuüben". In einer ihrer ersten Stellungnahmen erklärte sie, Maduro sei "der einzige Präsident Venezuelas". Sie forderte von Washington dessen Freilassung und erklärte zugleich, ihre Regierung werde Venezuela und seine "natürlichen Ressourcen verteidigen".

US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme Maduros gesagt, die USA würden künftig Venezuela führen. Rodríguez habe sich kooperativ gezeigt. US-Außenminister Marco Rubio sagte, die US-Regierung sei zur Zusammenarbeit mit der verbleibenden Führung in Venezuela bereit. "Wir werden alles anhand ihrer Taten beurteilen und wir werden sehen, was sie tun", sagte der Minister dem TV-Sender CBS News. Zugleich drohte er: "Wenn sie nicht die richtige Entscheidung treffen, werden die Vereinigten Staaten weiterhin über mehrere Einflussmöglichkeiten verfügen."

Quelle: ntv.de, lme/AFP

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