Politik

"Nadeln in die Wunden gestochen" Asow-Kämpfer werfen Russland "schwere Folter" vor

Lange konnten die Kämpfer des Asow-Regiments Mariupol gegen die angreifenden russischen Truppen verteidigen. Als die Stadt fiel, kamen viele von ihnen in Gefangenschaft. Dort seien sie gefoltert worden, sagen einige wieder freigelassene Kämpfer. Sie werfen Russland schwere Misshandlungen vor.

Bei der Schlacht um Mariupol gefangengenommene ukrainische Soldaten haben dem russischen Militär nach ihrer Freilassung aus der Kriegsgefangenschaft schwere Misshandlungen vorgeworfen. In einer Online-Pressekonferenz sprachen ehemalige Kämpfer des Asow-Regiments unter anderem von Gefangenen, denen durch Schläge Knochen gebrochen worden seien. Die Angaben der ehemaligen Soldaten können nicht unabhängig überprüft werden.

Die Männer waren nach der russischen Einnahme von Mariupol im Mai gefangen genommen worden und später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen worden. Einer der freigelassenen Soldaten sprach davon, Fälle von "schwerer Folter" beobachtet zu haben.

Mariupol war im Mai nach wochenlangen heftigen Kämpfen endgültig unter russische Kontrolle gelangt. Damals hatten sich die letzten Kämpfer des Asow-Regiments ergeben, die wochenlang im riesigen Asow-Stahlwerk erbitterten Widerstand gegen die russische Belagerung der Stadt geleistet hatten.

Asow: Vom Freiwilligenbataillon zur Nationalgarde

Das Asow-Regiment ist ein ehemaliges Freiwilligenbataillon, das wegen seiner Verbindungen zu Rechtsextremisten umstritten ist. 2014 wurde die Kampfgruppe formell in die ukrainische Nationalgarde integriert. Damals nahmen Asow-Mitglieder am Kampf gegen von Moskau unterstützte Separatisten im Osten der Ukraine teil.

"Sie zogen uns aus und zwangen uns, nackt in der Hocke zu sitzen. Wenn einer der Jungen den Kopf hob, schlugen sie ihn sofort", sagte der ukrainische Soldat und Asow-Kämpfer Denys Tscherpouko auf der Pressekonferenz. Der frühere Gefangene Wladyslaw Schaiworonok sprach von Fällen von "schwerer Folter": "Manchen wurden Nadeln in die Wunden gestochen, manche wurden mit Wasser gefoltert", sagte Schaiworonok.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 22. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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