Politik

In USA drohen 175 Jahre Haft Assange legt Berufung gegen Auslieferung ein

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Assange sitzt bereits seit drei Jahren in einem Gefängnis nahe London ein.

(Foto: picture alliance / empics)

Nach jahrelangem juristischen Streit genehmigt die britische Regierung, Julian Assange an die USA auszuliefern. Wegen Spionagevorwürfen könnte der Wikileaks-Gründer dort zu 175 Jahren Haft verurteilt werden. Nun will sich der Whistleblower vor dem High Court in London gegen den Beschluss wehren.

Der inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange will weiter juristisch gegen seine Auslieferung in die USA vorgehen und hat einen Antrag auf Berufung gestellt. Der High Court in London bestätigte der BBC den Eingang eines solchen Antrags, wie der Sender berichtete. Vor dem Innenministerium in London demonstrierten erneut mehrere Dutzend Menschen gegen die geplante Auslieferung. Unter ihnen war auch Assanges Ehefrau Stella.

Vor zwei Wochen hatte die britische Regierung nach jahrelangem juristischen Tauziehen die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA genehmigt. Seit 2019 sitzt der 50-Jährige im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh nahe London ein. Verurteilt ist er zwar nicht, doch die Fluchtgefahr gilt als hoch. Zuvor hatte er sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London gewohnt und sich damit dem Zugriff der britischen Justiz entzogen.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem Australier drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

Assanges Anwälte argumentieren, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Unterstützer sehen in ihm einen mutigen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte und an dem nun ein Exempel statuiert werden solle. Die Entscheidung der britischen Regierung, Assange an die USA auszuliefern, stelle eine "eklatante Verletzung der Menschenrechte" dar, kritisierte etwa ein internationales Bündnis von Journalistengewerkschaften. Auch der Vizechef des Deutschen Journalisten-Verbands, Mika Beuster, warnte, dass die Genehmigung einen "gefährlichen Präzedenzfall für die Pressefreiheit geschaffen" habe. Die Gewerkschaften müssten sich "in die Schusslinie begeben, um dieses Grundrecht zu schützen".

Quelle: ntv.de, mbu/dpa/AFP

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