Politik

Mögliche Klageandrohung Astrazeneca-Stopp womöglich rechtlich zwingend

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Es hätten ansonsten möglicherweise Körperverletzungs-Klagen gedroht.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Nachdem vereinzelt Fälle einer seltenen Thrombose-Krankheit nach Astrazeneca-Impfungen auftreten, legt die Regierung Impfungen mit dem Präparat vorerst auf Eis. Die Kritik an der Entscheidung ist laut - doch offenbar hatte die Regierung keine andere Möglichkeit.

Die Bundesregierung hatte nach Angaben aus Regierungskreisen aus juristischen Gründen keine Alternative zum Aussetzen der Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Denn nach der Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) hätten ansonsten Körperverletzungs-Klagen gedroht, da es sich um eine staatliche Impfkampagne handele, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen.

Nachdem bereits fünf europäische Länder die Impfungen ausgesetzt hatten, hatte das PEI insgesamt sieben Fälle einer seltenen Thrombose-Krankheit registriert, die es im Zusammenhang mit den Impfungen sieht.

Nach der Meldung des PEI sei man verpflichtet gewesen, Ärzte und zu Impfende darüber aufzuklären und die europäische Arzneimittelbehörde EMA zu informieren, hieß es weiter. Zudem habe man sich mit anderen EU-Partnern abgestimmt beziehungsweise ihnen die Lage in Deutschland geschildert.

Auch Frankreich, Italien und Spanien hatten die Impfungen am Montag ausgesetzt. Die EMA will zeitnah entscheiden. Als ein mögliches Ergebnis wird in Regierungskreisen etwa eine weitere Nutzung des Impfstoffes mit einer Warnung oder Einschränkung für Thrombose-gefährdete Patienten gesehen.

Quelle: ntv.de, cls/rts

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