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Nächster Griechenland-Akt Athen beantragt neuen IWF-Kredit

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(Foto: picture alliance / dpa)

Athen steht vor einem neuen Hilfspoker. Die Verhandlungen dafür müssen in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Wann es genau losgehen wird, ist unklar. Derweil nimmt Griechenland eine wichtige Hürde.

Griechenland hat nach offiziellen Angaben neue Hilfen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) beantragt. Ein IWF-Sprecher bestätigte den Eingang eines entsprechenden Schreibens. Der Fonds werde nun mit den griechischen Behörden und seinen europäischen Partnern über den Zeitpunkt und die Modalitäten von Gesprächen beraten.

"Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir um einen neuen Kredit bitten", heißt es in dem veröffentlichten Schreiben von Finanzminister Euklid Tsakalotos an IWF-Chefin Christine Lagarde. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Aufnahme von Verhandlungen über neue längerfristige Finanzhilfen für das hoch verschuldete Land getan.

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Tsipras wollte die Troika eigentlich rauswerfen - nun kommt sie als Quartett nach Athen.

(Foto: REUTERS)

Erst in der Nacht zum Donnerstag verabschiedete das Parlament ein zweites Maßnahmenpaket, das zu den von den Geldgebern geforderten Vorbedingungen für ein drittes Kreditprogramm von 86 Milliarden Euro gehört. Wann die Gespräche genau beginnen werden, ist unklar. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte in Brüssel: "Wir erwarten, dass die Institutionen, inklusive dem (Rettungsschirm) ESM, in den kommenden Tagen nach Athen reisen."

Am Freitag hieß es aus Verhandlungskreisen, dass die "Mission" noch in Vorbereitung sei. Offen sei etwa noch, wo die Verhandlungen stattfinden sollten. Nötig sei ein Ort, der gut zu erreichen sei und der in der Nähe der Athener Ministerien liege. Eine andere Quelle sprach von "logistischen Problemen". Diese würden nun aber "schnell gelöst", verlautete aus Regierungskreisen in Athen.

Streit um Unterbringung

Einem Bericht des "Handelsblatts" vom Samstag zufolge gab es Ärger zwischen den Geldgebern und Athen über den Ort der Unterbringung der Institutionen. Athen wolle die Vertreter von EU, EZB und IWF 20 Kilometer außerhalb Athens unterbringen und nicht wie von Regierungschef Alexis Tsipras zugesagt in der Hauptstadt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld der beteiligten Institutionen. Bis Mitte August sollen die Verhandlungen zwischen Athen und den Geldgebern abgeschlossen werden.

Die seit Ende Juni geltenden Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland werden für die Unternehmen des Landes indes wieder gelockert. Künftig brauchen Firmen bei Überweisungen ins Ausland erst ab 100.000 statt 50.000 Euro eine Genehmigung der zuständigen Regierungskommission, wie Zentralbankchef Yanis Stournaras erklärte. Zugleich stellte er fest, dass die Höhe der Geschäftsüberweisungen ins Ausland trotz Einführung der Kontrollen Ende Juni "sehr nah" am normalen Niveau lägen.

Der Präsident des Handelsverbands ESEE, Vassilis Korkidis, sagte, die neue Regelung sei bereits am Freitag in Kraft getreten. Die Anhebung der Genehmigungsschwelle sei "positiv". So könnten nun 70 Prozent der von den Firmen gewünschten Überweisungen ohne Regierungsfreigabe getätigt werden. Allerdings müssen auch Überweisungen niedrigerer Beträge ins Ausland weiterhin von den Banken genehmigt werden. Die griechische Regierung hatte die Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um ein Ausbluten der Banken zu verhindern.

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

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