Politik

Neun Tote im Libanon Attentäter zünden Sprengsätze in Tripoli

imago63494197h.jpg

Der erste Sprengsatz wurde in einem Café im Stadtteil Dschabal Mohsen gezündet.

(Foto: imago/Xinhua)

In Tripoli sprengen sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft und reißen neun Menschen mit in den Tod. Der Anschlag ereignet sich in einem alawitischen Stadtteil. Bei den Attentätern soll es sich um sunnitische Extremisten halten.

Zwei Selbstmordattentäter haben in einem Alawiten-Viertel der nordlibanesischen Stadt Tripoli neun Menschen mit in den Tod gerissen. Weitere 37 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Al-Nusra-Front.

Nach Angaben aus Kreisen der Sicherheitskräfte zündete zunächst ein Selbstmordattentäter in einem Café im Stadtteil Dschabal Mohsen einen Sprengsatz, woraufhin Überlebende aus dem Gebäude geflohen seien. Kurz darauf habe sich ein zweiter Attentäter in die Luft gesprengt. Anfangs war nur von einem Angreifer und sieben Toten die Rede gewesen.

Ein Augenzeuge sprach von Beginn an von einer ersten Explosion, der eine zweite "heftige" gefolgt sei. Soldaten riegelten den Explosionsort ab. Journalisten wurde der Zugang verwehrt. Die Sicherheitskräfte gaben an, die Attentäter hätten aus einem nahen sunnitischen Stadtviertel gestammt. Ihre Häuser seien abgeriegelt worden.

Auswirkungen des Syrien-Konflikts

In Tripoli gibt es seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien immer wieder Gefechte zwischen sunnitischen Extremisten und Alawiten, die dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad nahestehen. Außerdem kämpfen die sunnitischen Extremisten gegen die libanesische Armee, der sie Verbindungen zur schiitischen Hisbollah-Miliz nachsagen.

Zu den aktuellen Anschlägen bekannte sich im Kurzbotschaftendienst Twitter die sunnitische Al-Nusra-Front. Die Gruppierung ist der Arm des Terrornetzwerks Al-Kaida in Syrien. Bei Twitter bezeichnete die Organisation den Anschlag als "doppelte Märtyrerattacke, um die Sunniten in Syrien und im Libanon zu rächen".

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet, es handele sich bei den Attentätern um zwei Männer aus dem Nachbarstadtteil Mankubin. Premierminister Tammam Salam verurteilte das Attentat und sagte laut NNA: "Die Hand des Terrors ist zurück in Tripoli, um die Sicherheit und Stabilität dort aufzumischen. Salam räumte ein, dass es der Armee nicht gelungen sei, langfristig in Tripoli für Ruhe zu sorgen.

Quelle: n-tv.de, nsc/lda/AFP

Mehr zum Thema