Politik

Alarm in Essener Einkaufszentrum Attentat wohl mit Rucksackbomben geplant

Nach dem Terroralarm in einem Essener Einkaufszentrum sind beide Festgenommenen wieder auf freiem Fuß. Es hätten keine Haftgründe vorgelegt, heißt es. Doch es gibt neue Details zu dem geplanten Anschlag.

Nach dem Anschlagsalarm in Essen ist auch der zweite am Wochenende festgenommene Verdächtige wieder frei. Er sei am Sonntag entlassen worden, weil keine Haftgründe vorgelegen hätten, sagte ein Sprecher der Essener Polizei. "Das heißt aber nicht, dass die Ermittlungen damit abgeschlossen sind."

Die beiden Verdächtigen galten schon nach Angaben aus Polizeikreisen vom Wochenende nicht als unmittelbar tatbeteiligt. Als Drahtzieher der Planungen galt demnach ein deutsches Mitglied der in Syrien aktiven Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" soll es sich bei ihm um einen 24-jährigen Gefährder aus Oberhausen handeln, der im April 2015 über die Türkei nach Syrien reiste. Das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen führt ihn demnach seit dem Sommer 2015 als Gefährder.

Der mutmaßliche Drahtzieher soll mehrere Islamisten über ein soziales Netzwerk rekrutiert haben. Sein Plan sah demnach drei Selbstmordattentäter mit Sprengsätzen in Rucksäcken vor, die am Samstag um 16.30 Uhr zuschlagen sollten. Dem "Welt"-Bericht zufolge war der Verfassungsschutz in der vergangenen Woche auf die Chats des Manns in dem Netzwerk aufmerksam geworden.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte, dass es sich um einen 24-Jährigen aus Oberhausen handele. Er soll drei Personen aufgefordert haben, an einem konkreten Ort zu einer konkreten Zeit einen Anschlag zu begehen. "Diese Aufforderung ist im Rahmen eines sozialen Netzwerkes ergangen", sagte Behördensprecher Oberstaatsanwalt Mathias Proyer. Weitere Angaben machte er nicht. Andere Behörden in Nordrhein-Westfalen wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Weitere Bombendrohungen

Ein konkreter Verdacht gegen die beiden in Oberhausen Festgenommenen bestätigte sich laut Polizei jedoch nicht. "Sie können nicht mit der Tatplanung in Verbindung gebracht werden." Die Auswertung der in ihren Wohnungen beschlagnahmten Beweismittel daure an.

Nach Hinweisen auf einen anscheinend geplanten Anschlag war das Einkaufszentrum Limbecker Platz in der Essener Innenstadt am Samstag von zahlreichen schwer bewaffneten Polizeikräften abgeriegelt worden. Zugleich wurden zwei Männer in Oberhausen vorläufig festgenommen. Einer der Männer kam bereits am Samstagabend wieder frei. Das betroffene Einkaufszentrum öffnete am Montag wieder.

Für weitere Aufregung sorgten am Montag im Ruhrgebiet anonyme Bombendrohungen gegen einen großen Elektronikmarkt in Gelsenkirchen und ein Solinger Einkaufszentrum. In Gelsenkirchen fanden die Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts vor Geschäftsbeginn nach Angaben der Polizei einen Brief, in dem mit einer möglichen Explosion gedroht wurde.

In Solingen kündigte ein unbekannter Internetnutzer eine Bombenexplosion an. In beiden Fällen gab es Großeinsätze, die aber nichts Verdächtiges fanden. Sie nahmen strafrechtliche Ermittlungen gegen die Urheber der Drohungen auf.

Auch im baden-württembergischen Offenburg sorgte am Wochenende eine mögliche Drohung mit einem Anschlag für Aufregung. Die Ermittler prüfen mittlerweile einen islamistischen Hintergrund.

Quelle: n-tv.de, mli/ara/AFP

Mehr zum Thema