Politik

"Wir kämpfen gemeinsam" Auch Spahn gegen Privilegien für Geimpfte

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"Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten", sagt Spahn.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Samstag laufen in Deutschland die Impfungen gegen das Coronavirus. Bis alle Bundesbürger geimpft werden können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Nach Innenminister Seehofer spricht sich nun auch Gesundheitsminister Spahn gegen Sonderrechte für geimpfte Personen aus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen Sonderrechte für Geimpfte ausgesprochen. "Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten." Diese gegenseitige Rücksicht halte die Nation zusammen. "Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam - und wir werden sie nur gemeinsam überwinden."

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich gegen Sonderrechte ausgesprochen. Es werde von staatlicher Seite keine Sonderrechte für Geimpfte geben. Ansonsten komme dies einer Impfpflicht gleich und er sei gegen einen Zwang, betonte Seehofer in der "Bild am Sonntag". Er lehnte auch Ungleichbehandlungen durch private Unternehmen wie zum Beispiel Fluggesellschaften ab.

Ebenfalls gegen Privilegien für Geimpfte wandte sich in der Funke Mediengruppe der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Sonderrechte für die Geimpften seien weder kontrollierbar noch gut zu rechtfertigen. "Im Übrigen ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte andere noch anstecken können", fügte Lauterbach hinzu.

Am Wochenende hatten die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland begonnen. Der Impfstoff war am Samstag nach und nach in den Bundesländern angekommen, in den ersten Ländern starteten die Impfungen in Pflege- und Seniorenheimen am frühen Sonntagmorgen. Die erste geimpfte Patientin war bereits am Samstagabend eine 101-jährige Bewohnerin eines Heims in Halberstadt im Harz.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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