Politik

Debatte um Trumps Einladungen Australien kommt gerne zu G7

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Australiens Premier Morrison und US-Präsident Trump können sich gut über China verständigen.

(Foto: imago images/AAP)

Donald Trump will den G7-Gipfel gehörig umkrempeln und bittet weitere Länder zu sich. Vor allem eine mögliche russische Teilnahme stößt bei der Stammbesetzung auf Gegenwehr. Australien hingegen freut sich über die Einladung des US-Präsidenten und sagt zu.

Australiens Ministerpräsident Scott Morrison nimmt die Einladung von US-Präsident Donald Trump zum G7-Gipfel an. Trump habe Morrison am Dienstag angerufen und ihn direkt eingeladen, sagte ein Sprecher des australischen Regierungschefs. Morrison habe erklärt, er sei auch dieses Mal erfreut, eine Einladung zur Teilnahme am Treffen der sieben führenden Industriestaaten zu akzeptieren, so wie es im vergangenen Jahr gewesen sei, als ihn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Gast dazu gebeten habe.

Trump hatte am Samstag erklärt, er werde den für Juni in Washington geplanten Gipfel auf September oder später verschieben und bei der Gelegenheit um Russland, Australien, Südkorea und Indien erweitern. Die gegenwärtige Zusammensetzung sei völlig veraltet, argumentierte Trump. Er habe nicht den Eindruck, dass die G7 gut vertrete, was in der Welt vor sich gehe. Ob die Erweiterung der Gruppe dauerhaft sein soll, hatte Trump offengelassen. Neben den USA gehören ihr Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Japan an.

Morrison hat anders als die Regierungschefs europäischer Staaten offene Kritik an Trump vermieden. Zudem ziehen die beiden gegenüber China, das Australiens größter Handelspartner ist, an einem Strang. Die australische Regierung befürchtet einen zunehmenden Einfluss der Volksrepublik in der Pazifik-Region. Zwischen den USA und China nehmen die Spannungen wieder zu. Einer Trump-Sprecherin zufolge soll auch China Thema des Gipfeltreffens sein.

Es gibt noch Diskussionsbedarf

Trumps G7-Pläne sorgten zuletzt für Wirbel. Seinem ursprünglichen Vorhaben, den Gipfel trotz der Corona-Pandemie wie geplant im Juni abzuhalten, begegnete Bundeskanzlerin Merkel mit einer Absage. Eine Reaktion der Kanzlerin auf die Verschiebung steht noch aus.

Südkorea will nach Angaben aus Regierungskreisen seine mögliche Teilnahme mit den USA besprechen, berichtete die "Tagesschau". Auch Russland gab sich nach dem Vorstoß des US-Präsidenten dialogbereit. Es stünden jedoch noch "viele Fragen" offen, die es zu prüfen gelte, sagte der russische Parlamentssprecher Peskow. Bei den restlichen Mitgliedsstaaten sorgte die mögliche russische Beteiligung für verhaltene Reaktionen. "Wir warten auf die weiteren Informationen durch die USA, die ja Gastgeber sind" vermeldete ein deutscher Regierungssprecher.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hingegen hat sich deutlich gegen eine Teilnahme von Russland am G7-Gipfel ausgesprochen. "Russland ist aus den G7 ausgeschlossen worden aufgrund seiner Invasion der Krim vor einigen Jahren und weil das Land nach wie vor internationale Regeln und Normen missachtet, bleibt es von den G7 ausgeschlossen und das wird auch weiter so sein", sagte Trudeau bei einer Pressekonferenz. Ob er zu dem Treffen kommen werde, wenn auch sein russischer Kollege Wladimir Putin eingeladen sei, ließ Trudeau offen. Es werde "noch viele Diskussionen darüber geben, wie, wo und wann dieses Treffen stattfindet".

Quelle: ntv.de, mdi/rts/dpa