Politik

Neues Bundesamt an der Havel Auswärtiges Amt setzt auf Brandenburg

Noch immer sind im Osten des Landes deutlich weniger Bundesbehörden angesiedelt als in den alten Ländern. Nun baut das Auswärtige Amt einen kleinen Ableger in Brandenburg auf. 200 Arbeitsplätze entstehen.

Das Auswärtige Amt wird einen Teil seiner Verwaltungsarbeit nach Brandenburg an der Havel auslagern. Bundesaußenminister Heiko Maas will die 72.000-Einwohner-Stadt westlich von Berlin zum Standort des neu zu gründenden Bundesamts für Auswärtige Angelegenheiten machen, teilte sein Ministerium mit. Dort sollten mindestens 200 Mitarbeiter mit Auslands- und Fremdsprachenkompetenz tätig sein.

Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einer hervorragenden Nachricht. Er sei sicher, dass dies der Stadt und der Region starke Impulse geben werde. Zugleich zeigte er sich erfreut, dass unterlegene Bewerber nun im Rennen um die Ansiedlung der Clearingstelle für die Dezentralisierungsstrategie der Bundesregierung seien. Damit könne mit Eberswalde noch eine zweite brandenburgische Stadt Standort einer neuen Behörde werden.

Das neue Amt solle Anfang 2021 als selbständigen Bundesoberbehörde errichtet werden. Es solle dann als "zentrale Service-Einrichtung" für die Wahrnehmung "spezialisierter Aufgaben mit Auslandsbezug" zuständig sein. Darunter fallen laut Auswärtigem Amt unter anderem das Management von Fördermitteln und die Bearbeitung von Visa.

Die Stadt Brandenburg an der Havel habe sich in dem Auswahlverfahren "in einem starken Bewerberfeld brandenburgischer Städte durchgesetzt", erklärte das Auswärtige Amt. Mit der Standortwahl im Land Brandenburg solle ein "strukturstärkender Beitrag zum Dezentralisierungsziel der Bundesregierung" geleistet werden.

Die brandenburgische Stadt hatte in den vergangenen Jahren bereits einen gewissen Bezug zum Auswärtigen Amt: Maas' Vorgänger Frank-Walter Steinmeier hatte dort seinen Bundestagswahlkreis, eher er 2017 zum Bundespräsidenten gewählt wurde.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

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