Politik

Vorwürfe von privater Initiative Auswärtiges Amt soll Rettungsmission blockiert haben

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Ein US-Militärflugzeug startet am Samstag vom Kabuler Flughafen.

(Foto: dpa)

Mit großem Aufwand organisiert eine Hilfsinitiative eine Rettungsmission in Kabul. Ein Charterflugzeug soll Hunderte Menschen ausfliegen, doch am Ende sind es nur gut ein Dutzend. Die Organisatoren geben der Bundesregierung die Schuld daran. Die weist die Vorwürfe zurück.

Die private Rettungsinitiative Luftbrücke Kabul hat der Bundesregierung fehlende Unterstützung und massive Widerstände gegen eine vorbereitete Evakuierung von Schutzbedürftigen aus Afghanistan vorgeworfen. "Mit immensem Aufwand konnten wir 18 gefährdete Ortskräfte aus Kabul in Sicherheit bringen. 18 Menschenleben, dabei hätten es hunderte mehr sein können, wenn unsere Rettungsaktion nicht aktiv vom Auswärtigen Amt blockiert worden wäre", hieß es in einer Erklärung auf der Internetseite der zivilgesellschaftlichen Initiative. Aus der Bundesregierung wurde die Kritik zurückgewiesen.

Die Rettungsmission hatte eine Chartermaschine nach Kabul geschickt, um Gefährdete auszufliegen. "Für hunderte Menschen hatten wir eine sichere Unterkunft, haben sie offiziell auf Listen des Auswärtigen Amtes registrieren und absegnen lassen, organisierten einen Bustransport über die katarische Botschaft und hätten Menschen innerhalb weniger Stunden an den Flughafen und auf unser Flugzeug bringen können", so die Initiative. Die Bundesregierung "weigerte sich, eine E-Mail zu schreiben, um den Transport freizugeben", hieß es.

Die Initiatoren erklären, das Erlebte mache sprachlos und wütend und zeige eine "bürokratische und politische Verhinderungstaktik". Und: "Öffentlich wurde behauptet, dass das Flugzeug erwünscht sei, doch nach der Landung vor Ort war klar: Unser Flugzeug sollte keine Menschen evakuieren. Als Portugal unser Evakuierungsangebot für ihre afghanischen Ortskräfte dankend annahm, versuchten deutsche Diplomaten offenbar zu erzwingen, dass das Flugzeug niemanden evakuiert."

Aus der Bundesregierung wurden die Vorwürfe als ungerechtfertigt zurückgewiesen und auf Chaos und Gefahren in Kabul sowie Blockaden an Kontrollstellen der Taliban verweisen, die in den vergangenen Tagen den Zugang zum Flughafen erschwert hätten. Mit Hinweis auf das Charterflugzeug wurde erklärt, dass freie Sitzplatzkapazitäten nie der Engpass der Evakuierung gewesen seien, wohl aber der sichere Transport von Schutzbedürftigen zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt.

Quelle: ntv.de, hul/dpa

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