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Autobauer scheinen den Skandal lieber auszusitzen.
Autobauer scheinen den Skandal lieber auszusitzen.(Foto: dpa)
Samstag, 26. Mai 2018

Diesel-Skandal ohne Ende: Autohersteller sollen aktiv Fehler offenlegen

Der Diesel-Skandal wird zu einer unendlichen Geschichte. Immer neue Vorwürfe werden bekannt, andere Firmen sind betroffen. Im Bundesverkehrsministerium schwindet langsam die Geduld mit den großen Autokonzernen.

Im Abgasskandal hat das Bundesverkehrsministerium deutliche Kritik an den Autobauern geübt. "Es sollte nicht so ein, dass immer wieder erst durch Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamts Missstände bekannt werden", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Steffen Bilger, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Vielmehr müssten die Hersteller von sich aus offenlegen, wo noch Nachbesserungen erforderlich sind.

Der CDU-Politiker Bilger fügte hinzu, es wäre "sehr ärgerlich", wenn die Autohersteller nicht alles tun würden, um die Probleme beim Diesel in den Griff zu bekommen. Der Staatssekretär sagte weiter, sein Haus sei nicht an einem Streit mit einzelnen Herstellern interessiert, "aber wir werden alles tun, um zu gewährleisten, dass die Fahrzeuge auf unseren Straßen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben unterwegs sind".

Neue Abschalteinrichtungen gefunden

Dem Daimler-Konzern droht einem Medienbericht zufolge der Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gehe einem konkreten Verdacht nach, dass bei diesen Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung des Abgassystems manipulieren, berichtete der "Spiegel".

Die Modelle hätten einen vergleichbaren Motor wie der Mercedes-Van Vito mit 1,6-Liter-Motor der Schadstoffklasse Euro 6, berichtete das Nachrichtenmagazin weiter. Für den Transporter hatte das Bundesverkehrsministerium am Mittwoch den Rückruf von 1372 Fahrzeugen in Deutschland und 4923 Fahrzeugen weltweit angeordnet, da das KBA dort unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt habe, die im Betrieb zu erhöhten Stickoxid-Emissionen führen könnten.

Daimler teilte am Freitag mit, dem Autobauer liege keine amtliche Anhörung zu den genannten Fahrzeugen vor. Diese müsse einem amtlichen Bescheid für einen Rückruf allerdings vorweggehen. Zu "Spekulationen" äußere sich das Unternehmen nicht. Überdies stehe Daimler im "kontinuierlichen Austausch" mit dem KBA und arbeite "vollumfänglich" mit der Behörde zusammen.

Gegen den KBA-Bescheid zum Vito werde Daimler indes "Widerspruch einlegen" und, falls erforderlich, "die strittige Rechtsauslegung auch vor Gericht klären lassen. Für Montag hat Verkehrsminister Andreas Scheuer Daimler-Chef Dieter Zetsche zu sich einbestellt.

Quelle: n-tv.de