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Rund 24 mutmaßliche Randalierer stehen auf der Liste des BKA.
Rund 24 mutmaßliche Randalierer stehen auf der Liste des BKA.(Foto: picture alliance / Markus Scholz)
Samstag, 12. Mai 2018

Linke : BKA fahndet in Europa nach G20-Störern

Vor einem Jahr sorgen die Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg für Entsetzen. Noch immer dauern die Ermittlungen an. Offenbar kommen die Fahnder aber nicht weiter - und bitten nun in Europa um Hilfe.

Knapp ein Jahr nach den schweren Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei eine europaweite Fahndung zu 24 mutmaßlichen Randalierern eingeleitet. Das Bundeskriminalamt (BKA) habe am 13. April eine Fahndungsliste mit Bildern von zwei Dutzend bisher unbekannten Verdächtigen mit der Bitte um Identifizierung an ausländische Dienststellen übersandt. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten.

Zu den 24 Verdächtigen seien Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden, heiße es in der Ministeriumsantwort weiter. Die Fahndungsanfragen gingen demnach an Dienststellen in Spanien, Großbritannien, Griechenland, Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, die Niederlande, Belgien, Österreich, Schweden, Dänemark, Finnland, Italien und der Schweiz.

Am Rande des Gipfeltreffens G20 in Hamburg im Juli 2017 war es zu schweren Ausschreitungen, Brandstiftungen und teilweise Plünderungen gekommen. Die Hamburger Polizei hatte zunächst eine deutschlandweite öffentliche Fahndung nach mehr als 100 Unbekannten eingeleitet.

Datenschützer und linke Politiker übten scharfe Kritik an der öffentlichen Fahndung nach mutmaßlichen G20-Randalierern. Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke sprach in den Zeitungen von einem "Lächerlichkeits-Wettbewerb". Gehe es nach der deutschen Polizei, solle "halb Europa mit diesen Fotos zugekleistert" werden. "Dabei geht es wohlgemerkt nicht um einen Terroranschlag, sondern um Tatvorwürfe im Rahmen einer Demonstration."

Quelle: n-tv.de