Politik

"Die Aussagen verwundern mich" Kretschmer-Appell stößt bei Baerbock auf Unverständnis

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Gespräche mit Putin gab es seit Kriegsbeginn häufiger. Sachsens Ministerpräsident vermisst offenbar den intensiven Dialog mit Russland.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer wünscht sich vom Westen mehr diplomatischen Einsatz in Richtung Russland. Bundesaußenministerin Baerbock zeigt sich irritiert ob dieser Forderungen aus Dresden.

Jüngste Äußerungen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine haben bei Außenministerin Annalena Baerbock für Irritationen gesorgt. "Die Aussagen verwundern mich etwas, denn weder die deutsche Bundesregierung noch irgendein anderes Land in Europa wollten je wieder Krieg auf diesem Kontinent haben", sagte Baerbock in Hannover bei der Veranstaltungsreihe "RND vor Ort" des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Deutschland und zahlreiche weitere Staaten hätten immer wieder versucht, mit Russland im Gespräch zu bleiben. "Da sagt ein Ministerpräsident, 'redet doch mal', obwohl der Bundeskanzler mehrfach mit dem russischen Präsidenten telefoniert hat und der UN-Generalsekretär in Moskau war", sagte Baerbock.

Kretschmer hatte erklärt, Deutschland müsse im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine vermitteln und erwirken, "dass dieser Krieg eingefroren wird". Zwar betonte er, der russische Krieg gegen die Ukraine sei ein Verbrechen und die Ukraine solle nicht auf Territorien verzichten. Man müsse aber erkennen, dass der Krieg die gesamte Welt und Europa in besonderem Maße ins Chaos stürzt. Wenn er so weitergehe, drohe man die wirtschaftliche Kraft zu verlieren, die nötig sei, um die Sicherheit zu organisieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit Blick auf russische Rohstoffe sagte der CDU-Politiker auch: "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir diese Rohstofflieferungen brauchen." Zu der Äußerung Kretschmers, Deutschland müsse dafür eintreten, dass der Krieg "eingefroren" wird, sagte Baerbock: "Ich weiß nicht, was das bedeuten soll".

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 20. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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