Politik

Für Frauen "zählt jeder Tag" Baerbock will Ausreise für Afghanen erleichtern

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15.000 Menschen warten in Afghanistan auf die Ausreise, sagt Baerbock.

(Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool)

Seit der Machtübernahme der Taliban harren immer noch Zehntausende Schutzbedürftige mit Aufnahmezusage von Deutschland in Afghanistan aus. Mit einem neuen "Aktionsplan" will Außenministerin Baerbock nun für mehr Ausreisemöglichkeiten sorgen, besonders für Frauen und Mädchen.

Angesichts von Berichten über schwere Menschenrechtsverletzungen durch die Taliban hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock von den Grünen angekündigt, die Bemühungen um die Ausreise besonders schutzbedürftiger Menschen aus Afghanistan zu verstärken. Etwa 15.000 Menschen, die eine Aufnahmezusage von Deutschland hätten, befänden sich nach wie vor in Afghanistan, sagte Baerbock. Die gezielte Ausreise dieser Menschen zu ermöglichen, habe für die Bundesregierung höchste Priorität.

Besonders für Frauen und Mädchen in Afghanistan "zählt in diesen Tagen jeder Tag", sagte Baerbock. Die Außenministerin stellte einen "Aktionsplan" für Afghanistan vor, der unter anderem eine engere Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren in Afghanistan vorsieht, um die Ausreise von schutzbedürftigen Menschen zu beschleunigen. Vereinfacht werden soll laut Baerbock auch die Familienzusammenführung.

Verstärkte Gespräche mit Nachbarstaaten

Darüber hinaus kündigte Baerbock einen "neuen Anlauf" bei den Gesprächen mit den Nachbarstaaten Afghanistans an, um weitere Ausreiserouten zu schaffen. Bisher konnte die Bundesregierung im Rahmen ihres Evakuierungsprogramms schutzbedürftige Menschen nur über Katar und Pakistan ausfliegen.

Seit der Machtübernahme der Taliban im August seien mit Hilfe der Bundesregierung mehr als 10.000 Menschen ausgereist, 5300 von ihnen im Zuge der militärischen Evakuierung. Nach Angaben der Außenministerin befinden sich in Afghanistan weiterhin auch noch 135 deutsche Staatsbürger. Sie seien "auch aufgrund individueller Umstände" noch nicht ausgereist.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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