Politik

Noch immer harren Flüchtlinge aus Bagger reißen Elendslager von Calais ab

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Die Abrissarbeiten im "Dschungel von Calais" schreiten voran.

(Foto: AP)

Nach der mehrheitlichen Räumung des Flüchtlingslagers von Calais rücken die Behörden den notdürftigen Unterkünften mit schwerem Gerät zu Leibe. Auch Flüchtlinge halten sich dort noch auf: Ihnen stellen die Behörden ein letztes Angebot in Aussicht.

Mit schwerem Gerät ist der Abriss der Flüchtlingshütten und Zelte im "Dschungel" von Calais fortgesetzt worden. Arbeiter rückten unter anderem mit großen Baggern im westlichen Teil des Flüchtlingslagers an. Die Polizei sicherte die Abrissarbeiten mit einem Großaufgebot ab und hielt Flüchtlinge und Journalisten auf Abstand.

Allerdings hielten sich immer noch Flüchtlinge in der Gegend auf: Vor einem für die Räumung eingerichteten Busbahnhof, der am Mittwochabend geschlossen worden war, befanden sich rund hundert junge Flüchtlinge. Dutzende von ihnen hatten dort auch die Nacht verbracht. Der Leiter der französischen Behörde für Einwanderung und Integration, Didier Leschi, sagte, es stünden noch zehn Busse zur Verfügung, um Flüchtlinge in Unterkünfte in anderen Landesteilen zu bringen. "Das ist das letzte Angebot", sagte ein anderer Behördenvertreter.

Mehrheit ist asylberechtigt

In dem aufgelösten Elendslager haben nach Angaben der Behörden vor allem Menschen mit Asylanspruch gelebt. In den vergangenen zwei Jahren hätten mehrere tausend Bewohner des wilden Flüchtlingscamps am Ärmelkanal bereits Asyl in Frankreich beantragt, sagte der Leiter des französischen Flüchtlingsamts, Pascal Brice, dem Radiosender France Info. "70 Prozent von ihnen wurden als Flüchtling anerkannt." Es gehe also nicht um Wirtschaftsmigranten. Vor 2015 sei das noch anders gewesen.

Die als "Dschungel" von Calais bekannt gewordene Siedlung wird seit Beginn der Woche geräumt. Am Mittwoch erklärte die Präfektin das Areal für offiziell leer. Die Bewohner werden auf Flüchtlingsheime in ganz Frankreich verteilt. Die meisten von ihnen kommen aus Äthiopien, Eritrea, Afghanistan oder dem Sudan.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP/dpa

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