Politik

SignsAward im Zeichen von Europa Barroso für die "Stärkung Europas" geehrt

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José Manuel Barroso und Laudator Hans-Gert Pöttering (v.l.) nach der Preisverleihung in Berlin.

(Foto: Weimer Media Group)

In politisch schwierigen Zeiten bekennt sich der SignsAward zur EU. Kurz vor der Europawahl wird der frühere Kommissionspräsident Barroso wegen seines couragierten Einsatzes für die Staatengemeinschaft ausgezeichnet. Bei anderen Preisträgern und Laudatoren wird es auch emotional.

José Manuel Barroso ist Zeichensetzer des Jahres. Er ist beim diesjährigen SignsAward in der Kategorie "Stärkung Europas" ausgezeichnet worden. Der ehemalige EU-Kommissionspräsident erhielt die Auszeichnung aufgrund seines couragierten Einsatzes für ein einheitliches Europa, seine außerpolitischen Leistungen und Friedensmissionen auf internationaler Ebene, sagte der ehemalige EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering in der Laudatio. Barroso folgt damit Vorjahrespreisträger IOC-Präsident Thomas Bach.

Der thüringische CDU-Chef Mike Mohring erhielt eine Auszeichnung für die "Ehrlichkeit in der Kommunikation". In seiner kurzen, hoch emotionalen Rede bedankte sich Mohring mit zitternder Stimme für die Auszeichnung und alle, die ihm in den vergangenen sechs schwierigen Monaten Mut gemacht haben. Er hätte nie gedacht, dass auch einem Politiker so viel Empathie und Zuspruch der Bürger zu Teil werden kann.

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Mike Mohring mit seiner Auszeichnung für "Ehrlichkeit inder Kommunikation"

(Foto: Weimer Media Group)

Der Spitzenpolitiker ist im vergangenen Jahr an Krebs erkrankt. Wegen der medialen Präsenz und des damit verbundenen öffentlichen Diskurses habe er vielen anderen Erkrankten Mut gemacht und eine generelle Debatte zum Krankheitsbild Krebs ausgelöst, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Oettinger hält Brandrede für Europa

Günther Oettinger nahm seine Laudatio auf die "United Europe"-Gründerin, Baroness Jay of Paddington, zum Anlass, auch gleich ein flammendes Plädoyer für Europa zu halten. "Es gibt Länder die sind klein in der EU. Und es gibt Länder in der EU, die wissen, dass sie klein sind. Wir sind 28 Zwerge. Zwerge stellt man im Garten auf. Dort werden sie angepinkelt. Gemeinsam im Team können sie Riesen bändigen", sagte der EU-Kommissar.

Europa stehe derzeit dennoch vor Herausforderungen. Die EU befinde sich "mitten in einem Wettbewerb der Werte". "Man müsste United Europe gründen, wenn es es nicht schon gäbe", lobte er die Organisation, die sich für eine bessere Verständigung zwischen den EU-Ländern auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene einsetzt.

"Viva con Agua"-Unterstützer geehrt

In der Kategorie "Glaubwürdigkeit in der Politik" bekam Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner den SignsAward. Sie wurde für ihr offenes Wort und diskursive Kommunikation geehrt. "Ich verspreche, dass ich meinen Teil tue, dass das Vertrauen in die Politik nicht zerstört wird", bedankte sich Aigner.

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Ilse Aigner und Rita Suessmuth

(Foto: Weimer Media Group)

Laudatorin Rita Süssmuth lobte Aigner als Frau der leisen Töne: "Da ist eine Frau, die hat Ahnung. Und die braucht es nicht mit viel Lautstärke zu verbinden. Auch die leisen Töne können oft sehr wirksam sein. In Zeiten, in denen wir uns an Geschrei gewöhnen mussten."

Auch beim Thema "Nachhaltigkeit in der Kommunikation" wurde Engagement gewürdigt: Der Sänger Joris, der sich zusammen mit Viva con Agua für sauberes Trinkwasser und einen nachhaltigen Umgang mit den knappen Ressource in vielen Ländern Afrikas sowie Indien und Nepal einsetzt, bekam dafür eine Auszeichnung.

Die renommierten Awards werden seit 2011 jedes Jahr in zehn Kategorien vergeben, darunter herausragende "Zeichensetzer" aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Hinter der Ehrung steht die Verlagsgruppe Weimer Media Group. "Kurz vor der Europawahl bekennen wir uns in politisch schwierigen Zeiten zur Europäischen Union", betonten die Verleger Christiane Goetz-Weimer und Wolfram Weimer. Zu der Gala im Berliner Ritz-Carlton - die feierliche Veranstaltung fand in diesem Jahr zum ersten Mal in der Hauptstadt statt - kamen über 250 Gäste.

Quelle: n-tv.de, vck

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