Politik

Gegen Mitnahmeeffekte Baukindergeld bekommt Quadratmetergrenze

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Familien sollen es am Ende auch nicht zu üppg haben.

(Foto: picture alliance / Armin Weigel/)

Das geplante Baukindergeld wird offenbar an weitere Bedingungen geknüpft. Medienberichten zufolge spielt dann nicht nur das Familieneinkommen eine Rolle, sondern auch die Größe der geplanten Immobilie.

Die Bundesregierung will die Bedingungen zum Erhalt des Baukindergeldes verschärfen. Wie die "Welt am Sonntag" und das "Handelsblatt" berichten, soll die Wohnfläche, bis zu der es die geplanten 1200 Euro pro Kind und Jahr geben soll, begrenzt werden.

"Die Wohnflächenobergrenze beträgt 120 Quadratmeter für Haushalte mit bis zu zwei Kindern", zitierte das "Handelsblatt" aus einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums für den Haushaltsausschuss. Für jedes weitere Kind sollen demnach zehn Quadratmeter hinzukommen. Dies sei zwischen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Innen- und Bauminister Horst Seehofer abgestimmt.

Damit ziehe der Bund zusätzlich zur Einkommensgrenze von 90.000 Euro zu versteuerndem Familieneinkommen eine zweite Obergrenze ein, die Mitnahmeeffekte verhindern solle, berichtete die "Welt am Sonntag".

Kleiner als ein Einfamilienhaus

Gerade auf dem Land könnte diese Maßnahme den Berichten zufolge unwillkommen sein. Während in den Ballungszentren angesichts steigender Preise die Wohnflächen sinken würden, liege das durchschnittliche Einfamilienhaus eher darüber. Das staatliche Baukindergeld beträgt 1.200 Euro pro Jahr pro Kind und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt werden.

Kritik kam vom FDP-Haushaltsexperten Otto Fricke: "Wie soll man der vierköpfigen Familie mit 120,1 Quadratmeter Wohnfläche in einer alten Bergmannssiedlung im Ruhrgebiet erklären, dass sie leider komplett rausfällt und die Familie aus München im teuren Glockenbachviertel mit 119 Quadratmetern dagegen gefördert wird?", sagte er fast wortgleich beiden Zeitungen.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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