Politik

Allein im Gesundheitssektor Bedarf an FFP2-Masken übersteigt Milliarde

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In Deutschland werden FFP2-Masken unter anderem von Sentias German Care in Wuppertal produziert.

(Foto: dpa)

Mit Einführung der verschärften Maskenpflicht steigt der Bedarf an FFP2-Masken um ein Vielfaches - und deutsche Anbieter allein können ihn bei Weitem nicht decken. Allein im Gesundheitsbereich werden pro Monat 300 Millionen Stück benötigt, aus Deutschland bezieht der Bund bisher aber nur etwa 40 Millionen.

Deutschland benötigt allein im Gesundheitsbereich bis zum Frühjahr mehr als eine Milliarde FFP2-Masken. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach würden im Gesundheitssektor 300 Millionen Stück der medizinischen Masken pro Monat benötigt. Hinzu kämen Masken für den Privatgebrauch.

Wie hoch der Anteil der Produktionsmengen in Deutschland ist, um diesen Bedarf zu decken, ist laut Bundesregierung jedoch offen. "Über die insgesamt in Deutschland vorhandene Produktionskapazität von FFP2-Masken liegen der Bundesregierung derzeit noch keine Informationen vor", heißt es in der Regierungsantwort. Das Gesundheitsministerium habe im Rahmen der Initiative "Maskenproduktion in Deutschland" mit 18 Unternehmen Verträge abgeschlossen. Ziel sei es, die nationale Produktion in Deutschland zu stärken.

Die monatliche Abnahmemenge betrage derzeit durchschnittlich bis zu 40 Millionen FFP2-Masken. Über diese Rahmenverträge seien seit Juli 2020 insgesamt rund 107 Millionen FFP2-Masken an das Ministerium geliefert worden. Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl forderte, "in die Wirtschaft einzugreifen und Regelungen zu Vertrieb, zur Abgabe, Preisbildung und -gestaltung vorzunehmen". Dies sehe das Infektionsschutzgesetz ausdrücklich vor. "Der Staat muss die Masken zentral beschaffen und die Abgabepreise regulieren", sagte Ferschl der Zeitung.

China als großer Nutznießer

Am Freitag will die Linksfraktion im Bundestag den Antrag stellen, dass die Regierung über eine zentrale Beschaffung die Versorgung mit FFP2-Masken sichert. Für private Käufe soll der Abgabepreis auf die Selbstkosten gedeckelt werden. Arbeitgeber sollen dazu verpflichtet werden, ihren Beschäftigten, deren Anwesenheit am Arbeitsplatz unumgänglich ist, kostenfrei diese Masken zur Verfügung zu stellen. Außerdem soll es für Empfänger von Grundsicherungsleistungen einen Corona-Zuschlag geben.

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Nutznießer des enormen Maskenbedarfs ist unter anderem China. Das Land hat allein im vergangenen Jahr mehr als 220 Milliarden Gesichtsmasken exportiert. Wie das chinesische Handelsministerium mitteilte, verschiffte das Land zudem 2,3 Milliarden Schutzausrüstungen und eine Milliarde Corona-Tests. Auch deshalb sieht Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) keine Engpässe bei der Versorgung mit FFP2- und anderen Schutzmasken.

"Der Markt wird geradezu überschwemmt mit Masken von chinesischen Herstellern", sagt auch Thomas Vierhaus, Geschäftsführender Vorstand beim Verband Technischer Handel (VTH). Die Apotheken mussten im Dezember innerhalb weniger Tage ihre Lager mit FFP2- und gleichwertigen Schutzmasken aufstocken. Sie sind seither die erste Anlaufstelle für Menschen über 60 und für solche mit bestimmten Vorerkrankungen. Neben einer Eigenleistung von zwei Euro seitens der Kunden erhalten die Apotheken eine Vergütung in Höhe von sechs Euro vom Bund.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa