Politik

"Ich war vielleicht etwas naiv"Kontakt zu Epstein: Französischer Ex-Minister gibt Amt auf

07.02.2026, 17:58 Uhr
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Lang (l.) hat Epstein nicht nur die Louvre-Pyramiden in Paris gezeigt, wie aus den Akten hervorgeht. (Foto: AFP/US Department of Justice)

Der frühere französische Kulturminister Lang bittet Epstein um 58.000 Euro für eine Filmproduktion. Am Ende sei es nicht dazu gekommen, sagt der Ex-Minister. Die Finanzbehörde in unserem Nachbarland ermittelt nun trotzdem gegen ihn.

In Frankreich hat der Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu personellen Konsequenzen geführt. Der frühere Kulturminister Jack Lang trat im Zusammenhang mit dem Fall Epstein vom Amt des Präsidenten des Instituts der Arabischen Welt zurück, teilte das Außenministerium in Paris am Abend mit. Zuvor wurde bekannt, dass die französische Finanzstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Jack Lang und seine Tochter Caroline eingeleitet hat. Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche im Zusammenhang mit schwerwiegendem Steuerbetrug, teilte die Behörde mit.

Laut Berichten verschiedener französischer Medien wurde das Verfahren eingeleitet, nachdem kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente einen jahrelangen Austausch und finanzielle Verbindungen zwischen Lang und dem verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nahegelegt haben. Einer Auswertung zufolge taucht Langs Name darin mehr als 600 Mal auf. Die Veröffentlichung der Akten hat den Druck auf zahlreiche Prominente weltweit erhöht, die Kontakte zu Epstein hatten, der 2019 in Haft Suizid beging.

Lang sehe den Ermittlungen "mit Gelassenheit und sogar Erleichterung" entgegen, schrieb er auf der Plattform X. Diese würden es ermöglichen, die Angriffe auf seine Integrität und Ehre aufzuklären. Sein Anwalt Laurent Merlet sagte dem Sender BFM TV, es habe keine Geldflüsse gegeben. Langs Tochter Caroline war am Montag bereits als Chefin eines Produzentenverbandes zurückgetreten.

Der Ex-Kulturminister stand seit 2013 an der Spitze des Instituts für die arabische Welt, das vom französischen Außenministerium mitfinanziert wird. Das Ministerium hatte Lang zuvor bereits wegen seiner häufigen Kontakte zu Epstein für Sonntag einbestellt. Lang hatte bis zum heutigen Samstag ausgeschlossen, seinen Posten zu räumen. "Einen Mäzen anzufragen, ist doch keine Straftat", hatte sich der 86-Jährige noch am Mittwoch gerechtfertigt. Zuvor hatte er eingeräumt, Epstein um rund 58.000 Euro für einen Film über seine Amtszeit gebeten zu haben. Der Film wurde allerdings nicht verwirklicht.

"Ich war vielleicht etwas naiv", räumte Lang ein. Epstein sei "kein Freund" gewesen, er habe "nichts gewusst" und den Kontakt abgebrochen, als er von Epsteins Verurteilung als Sexualstraftäter erfahren habe. Tatsächlich ist Lang noch 2019 an der Seite von Epstein auf einem Foto vor dem Louvre zu sehen.

Lang hatte unter den früheren Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac verschiedene Regierungsposten inne. In den vor einer Woche vom US-Justizministerium veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf.

Der bis in höchste Kreise vernetzte Investor und Milliardär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Ihm wurde vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.

Quelle: ntv.de, mpa/rts/AFP

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