Politik

Kellner im "ntv Frühstart" Bei Tönnies "tun sich Abgründe auf"

Der Grünen-Politiker Michael Kellner sagt, man müsse jetzt "aufräumen" beim Schlachtbetrieb Tönnies. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet agiere in der Sache "ziemlich zaudernd und zögerlich".

Der politische Bundesgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Michael Kellner, hat gefordert, dass beim Fleischproduzenten Tönnies nun richtig "hingeschaut und aufgeräumt" werden müsse. "Ich habe das Gefühl, da wird getrickst und getäuscht", sagte Kellner im "Frühstart" von RTL/ntv. Das Entscheidende sei nun, dass die "ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse" in den Schlachthöfen beendet würden. "Dazu gehört ein Verbot von Werkverträgen, eine ordentliche Unterbringung der Arbeiter, eine ordentliche Bezahlung und vor allem gehören dazu scharfe Kontrollen in den Betrieben."

Kellner bezeichnete es zudem als "krankes System", dass bei Tönnies über 20.000 Schweine pro Tag geschlachtet werden sollen. "Es tun sich da Abgründe auf", sagte Kellner zu RTL/ntv. Auch forderte der Grünen-Politiker, dass die Landesregierung den Chef des Betriebes, Clemens Tönnies, "nicht entkommen lässt. Der hat ja gestern schon wieder mit fadenscheinigsten Gründen Datenschutz vorgeschoben."

Über den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet (CDU), sagte Kellner, dass dieser in der ganzen Angelegenheit "ziemlich zaudernd und zögerlich" agiert habe. Zudem sei es "unerträglich", dass man im Kreis Gütersloh zuerst die Kitas und Schulen dicht gemacht habe, Fitnessstudios und Restaurants aber geöffnet blieben. "Das ist eine riesige Sauerei. Das ist zulasten der Schwächsten der Gesellschaft, zulasten der Kinder. Das leuchtet mir nicht ein." Einen Lockdown in der Region schloss allerdings auch Kellner nicht aus: "Wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich das Virus da weiter ausbreitet, dann muss ein Lockdown erfolgen."

Quelle: ntv.de, psa

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