Politik

Freund von Brüssel-Attentäter Belgiens Polizei entwischt erneut Dschihadist

epa05380680 Police officers block the access to City 2 shopping mall during an anti-terrorist operation in Brussels, Belgium, 21 June 2016. According to media reports, a man suspected of carrying explosives was arrested following a bomb alert. EPA/OLIVIER HOSLET +++(c) dpa - Bildfunk+++

Für die belgische Polizei ist es ein neuer Fall in einer ganzen Reihe von Pannen im Umgang mit Dschihadisten.

(Foto: dpa)

Die Liste von Pannen bei der belgischen Terrorabwehr ist wieder länger geworden. Ein zu sieben Jahren Gefängnis verurteilter Dschihadist kann vor seinem Haftantritt fliehen.

Die belgische Justiz hat eine weitere Panne bei der Terrorabwehr eingeräumt: Ein belgisch-syrischer Dschihadist, der vergangenes Jahr wegen Terror-Rekrutierung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde, sei vor Haftantritt entkommen und kürzlich in der Türkei gefasst worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "La Dernière Heure".

Der 26-jährige Khaled Khattab habe sich offenbar nach Syrien absetzen wollen, sagte der Sprecher weiter. Belgien habe inzwischen bei der Türkei seine Auslieferung beantragt. Khattab war den Angaben zufolge ein Freund des Selbstmordattentäters Najim Laachraoui, der für den blutigen Anschlag auf den Brüsseler Flughafen vor einem Jahr verantwortlich war.

Khattab war im Mai 2016 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Nach dem Urteil war er vorübergehend wieder auf freien Fuß gesetzt worden, wobei ihm die Flucht gelang, wie der Justizsprecher sagte. Die Staatsanwaltschaft habe damals auf seine sofortige Inhaftierung gedrungen, sagte er weiter. Das Gericht habe dies aber nicht für nötig befunden, weil Khattab einen festen Wohnsitz in Belgien gehabt habe.

Nach den Brüsseler Anschlägen war eine Reihe von Ermittlungspannen bekannt geworden, die den belgischen Behörden heftige Kritik einbrachten. So hatte beispielsweise die Türkei den Behörden in Belgien vorgeworfen, ihre Warnungen vor dem als Gefährder eingestuften Ibrahim El Bakraoui ignoriert zu haben; Bakraoui war dann im März 2016 neben Laachraoui der zweite Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen.

Bei dem Anschlag am Flughafen hatten Laachraoui und Bakraoui mit zwei Bomben 16 Menschen getötet, darunter vier US-Bürger. Ein dritter Attentäter, Mohamed Abrini, war geflohen, ohne seine Bombe zu zünden.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP

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